Was habe ich getan, dass mich alle hassen? Ich sa? hier auf meinem Bett, weinend. Alles um mich herum schien unwichtig. Die Tr?nen kullerten über meine Wangen, tropften auf das Bettlaken.
Der Schwei? lief über mein Gesicht und über meinen Rücken. Meine Klamotten waren durchn?sst, aber ich wollte nicht aufstehen und mich umziehen. Sonst musste ich aufstehen, durch mein unaufger?umtes Zimmer laufen. Mein Freund hatte mich geschlagen, in der Schule lief es beschissen und mit meinen Eltern hatte ich nur Zoff.
Noch vor einer Woche war alles gut gewesen. Mein Freund hatte neben mir gesessen, mich umarmte und wir hatten geredet. Er war nett gewesen, nicht so wie eben, wo er mich angebrüllt und geschlagen hatte. Er schrie und meinte, ich sollte ihn nicht betrügen, nicht fremdgehen. Obwohl ich nichts gemacht hatte. Nie bin ich ihm fremdgegangen, ich war immer treu. Ich wollte es ihm sagen, er h?rte nicht zu. Er lachte nur und verpasste mir eine Ohrfeige. Ich weinte, es interessierte ihn nicht. Danach wollte ich nach Hause rennen. Er hielt mich am Arm fest. Er drückt meinen Arm fest, er lie? nicht los. Ich weinte, flehte ihn an mich loszulassen. Er aber ignorierte mich und zerrte mich zurück in sein Zimmer.
Dort schubste er mich aufs Sofa, brüllte mich wieder an, ich sollte endlich sagen, mit wem ich ihn betrogen hatte. Ich sagte wieder, dass ich ihn nicht betrogen hatte und ich bekam die n?chste Ohrfeige. Ich sagte ihm, ich müsse auf Toilette, haute dann aber ab. Nun sitze ich hier auf dem Bett. Und das mit der Schule ist schrecklich. Nur noch schlechte Noten, Sechsen und Fünfen. Nicht mal mehr eine Zwei oder Drei. Die Hausaufgaben verstand ich nicht, meine Freunde versuchten mir zwar, sie zu erkl?ren, aber ich verstand es nicht. Ich fragte mich oft, woran das liegen k?nnte, wusste es aber nicht. Deshalb machte ich die Hausaufgaben nicht mehr. Die Lehrer meckerten, riefen meine Eltern an, die auch meckerten.
Dadurch kam auch der Zoff mit den Eltern. Nicht nur wegen den Noten bekam ich Hausarrest, sondern weil ich nichts mehr machte. Ich lernte nichts mehr, ich machte keine Hausaufgaben mehr, ich machte keinen Sport, auch traf ich mich mit meinen Freunden nicht mehr. Ich sa? zuhause, dachte über mein Leben nach. Tag für Tag. Nun sa? ich hier, weinte. Mein Leben hatte keinen Sinn mehr. Alles war schrecklich. Was sollte ich tun? Schlecht Noten, Zoff mit Eltern und geschlagen von meinem Freund. Ich war verzweifelt, sah keinen Ausweg mehr. Ich ?ffnete das Fenster, schaute nach unten. Es waren acht Stockwerke. Wenn ich sprang, war ich tot.
Dann ?ffnete ich das Fenster. Ich holte den Stuhl, stellte mich auf die Fensterbank. Dann schaute ich wieder nach unten. Ich schwitzte. Der Schwei? war in meinen Klamotten verteilt. Er lief über mein Gesicht, tropfte auf die Stra?e. Eine Frau ging auf der Stra?e und sah mich. Die Frau schaute mich entsetzt an, rief ich solle herein gehen, sollte noch mal drüber nachdenken. Die Frau zückte ihr Handy, rief die Polizei. Ich schaute wieder nach unten.
Die Frau wedelte mit den Armen, schüttelte mit dem Kopf. Ich wusste nicht, ob ich springen sollte. Ich dachte an meine Probleme. Ich ging ein Stück weiter nach vorne, stand an der Kante. Ich sah von weitem die Polizeilichter, sie leuchteten blau. Wenn ich jetzt springen würde w?ren alle meine Probleme gel?st.
