wird es nicht sehen; denn es ist unsichtbar.
95. Wer das Unergründliche hören will, wird es nicht hören;
denn es ist tonlos.
96. Wer das Unergründliche erfassen will,
kann es nicht ergreifen;
denn es ist frei von Gestalt.
97. Kein Teilweg führt zu einem Ziel,
nur im Ganzen findet sich das Eine:
98. Nenne seine Oberfläche abgründig dunkel
und seine Tiefe oberflächenhell
(nie ist es begrifflich zu fassenl)
99. Es kreist anfangslos durch das All und sinkt endlos ins Nichts,
100. ist gestaltlose Gestalt und Seynloses Seyn,
101. das Unergründlichste in allem Unergründlichen.
102. Wer ihm entgegengeht?schaut nicht Seyn Antlitz;
wer ihm folgt?dem entzieht es sich.
103. Wer ihm aber gehorsam bleibt,
so wie ihm die Alten gehorsam waren,
der erkennt, was ward und was werden will,
der sieht die Selbstentfaltung des Unergründlichen
aus sich selbst.
