德语小说阅读翻译演练:小妇人

发布时间:2019-01-31 05:54:00

M dchen, deren Ziel es ist brav zu sein und ihre Pflichten zu erledigen. Wie langweilig, werdet ihr denken, oder? Aber im 19. Jahrhundert, in der die Geschichte um Betty und ihre drei Schwestern spielt war das durchaus üblich.

Nun waren die vier M dchen alles andere als immer nur artig, sonst h tte Louisa May Alcott wahrscheinlich nicht einen solchen Welterfolg mit dem Buch gelandet. Die Geschichte spielt in der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges, als der Norden Amerikas gegen die Südstaaten gek mpft hat. Der Vater der Schwestern hat sich als Kriegspfarrer gemeldet und so mussten die jungen Damen mit Hilfe ihrer Mutter und der Haush lterin Hanna schneller, als ihnen lieb war lernen, selbst ndig zu werden.

Jedem gelingt das auf seine ganz eigene Art und ihr werdet die unterschiedlichen Charaktere der March-Schwestern schnell kennen und auch lieben lernen.

Louisa May Alcott wurde am 29. November 1832 in der N he von Philadelphia geboren. Sie hatte schon früh angefangen zu schreiben. Leider verdiente sie dabei nicht genug und sie begann an einer Schule zu unterrichten. Sp ter wurde sie Gouvernante, heute würde man Nanny dazu sagen. Nebenher ver ffentlichte sie Gruselromane.

W hrend des Krieges arbeitete sie freiwillig als Krankenschwester. Nach Kriegsende wurde sie Herausgeberin der Kinderzeitschrift "Merry’s". Ihr Verleger fragte sie, ob sie nicht ein Kinderbuch schreiben wolle. So entstand eine autobiographische Geschichte über ihre Kindheit und ihre Familie.

Im Original hie das Buch "Little Women or Meg, Jo, Beth and Amy".

Der Hinweis auf die "Pilgerreise" am Anfang, bezieht sich auf ein erfolgreiches englisches Buch von John Bunyan mit dem Titel "The Pilgrim’s Progress". Es beschreibt die Leiden und Gefahren eines Christen auf dem Weg bis zur Erl sung in der himmlischen Stadt.

"Little Women" ist eigentlich eine Trilogie. Das bedeutet, dass in drei B nden über das Leben der Familie March erz hlt wird. Betty und ihre Schwestern ist der erste Teil.

Louisa May Alcott, die ihr gesamtes Leben unverheiratet blieb, starb am 6. M rz 1888 in Boston.

Aber nun lest selbst, wie es Meg, Jo, Betty und Amy ergeht, ich bin gespannt, wer euer Liebling wird.

"Ohne Geschenke ist es gar kein richtiges Weihnachten", beschwerte sich Jo, die gemütlich auf dem Teppich lag.

"Ach, arm zu sein ist so furchtbar!" Meg begutachtete seufzend ihr altes Kleid.

"Es ist nicht fair, manche M dchen besitzen so viele sch ne Dinge und wir haben nichts", fügte Amy mit hinzu.

"Aber wir haben doch unsere Eltern und uns!", versuchte Betty, die anderen aufzumuntern.

Für einen Moment erhellten sich die Gesichter der vier Schwestern. Doch sie verdüsterten sich sofort wieder, als Jo traurig meinte: "Vater ist aber nicht bei uns und so schnell wird er auch nicht wieder zurückkommen." Sie sagte nicht "vielleicht nie wieder", aber alle fügten dies in Gedanken hinzu, w hrend sie an den Vater dachten, der weit weg in der N he von Washington an der Kriegsfront war.

Es herrschte bedrücktes Schweigen. Dann riss Meg ihre Schwestern aus den Gedanken: "Ihr wisst, Mutter hat vorgeschlagen auf Weihnachtsgeschenke zu verzichten. Sie meint wir sollten kein Geld für Vergnügen ausgeben, solange es den M nner im Krieg so schlecht geht."

"Jede von uns besitzt genau einen Dollar. Ich glaube nicht, dass der Armee mit vier Dollar geholfen ist. Es macht mir nichts aus, wenn die Eltern oder ihr mir nichts schenkt, aber ich m chte mir selber so gerne "Undine und Sintram" kaufen. Ich wünsche es mir schon ewig", sagte Jo, die ein richtiger Bücherwurm war.

Die Schwestern begannen darüber zu diskutieren, was sie sich von ihrem Dollar gerne kaufen würden. Betty wünschte sich neue Klaviernoten und Amy brauchte dringend neue Zeichenstifte. Meg jammerte: "Wir haben für unser Geld wirklich schwer gearbeitet. Besonders ich. Den ganzen Tag muss ich die schrecklichen Kinder der Familie King unterrichten."

Nun versuchte jede, die andere davon zu überzeugen, wie schlecht es ihr ginge und wie sehr sie es verdient h tte, sich etwas Sch nes zu leisten. Jo, die den ganzen Tag bei Tante March verbrachte, einer überaus reizbaren und meckernden alten Person. Betty, die Abspülen und Putzen für die unerfreulichste Arbeit auf der Welt hielt und sich sicher war, davon so steife Finger zu bekommen, dass sie nicht mehr richtig Klavier spielen k nne.

"Ich wette, keiner von euch leidet so schlimm wie ich", schluchzte Amy. "Ihr müsst nicht mit solch arroganten Ziegen zur Schule gehen, die euch wegen eurer Kleider auslachen, eure Nase verunglimmern und Vater als armen Schlucker etikettieren."

"Verunglimpfen, Amy", belehrte Jo das jüngste Mitglied der March-Familie lauthals lachend. "Und "etikettieren" klingt, als w re Vater ein Gurkenglas!"

"Du brauchst dich gar nicht über mich lustig zu machen", erwiderte Amy beleidigt. "Es ist schicklich, sich gew hlt auszudrücken und den eigenen Wortschatz zu erweitern."

"Streitet nicht!", ergriff Meg das Wort. "Doch wünschte ich auch, wir h tten noch all das Geld, das Vater früher besa - wie glücklich k nnten wir ohne Geldsorgen sein", grübelte sie. Noch lebhaft konnte sie, als die lteste sich an bessere Zeiten erinnern.

"Ich meine, obwohl wir schwer arbeiten, haben wir doch jede Menge Spa miteinander und sind eine echte Rasselbande, wie Jo sagen würde", warf Betty ein.

"Jo verwendet immer einen solchen Stra enjargon!", beschwerte sich Amy mit herablassendem Blick auf ihre schlaksige Schwester.

Als Jo am Weihnachtsmorgen erwachte d mmerte es gerade. Ihr erster Blick galt dem Kamin. Doch dort waren keine Socken mit Sü igkeiten. Einen Moment war sie sehr entt uscht, aber dann fiel ihr Mutters Versprechen wieder ein. Sie griff unters Kopfkissen - und wirklich, da war ein harter Gegenstand. Sie zog ein kleines Büchlein mit purpurrotem Einband hervor. Es war die wundersch ne, alte Geschichte "Die Pilgerreise". Am Ende hatte Mutter einige Seiten mit ihrer schwungvollen Handschrift zugefügt. Jo spürte sofort, dass ihr das Buch auf ihrem langen Weg ein guter Begleiter sein würde.

Mit einem temperamentvollen "Fr hliche Weihnachten!", weckte sie Meg und erinnerte sie an die überraschung unter dem Kopfkissen. Meg fand ein grün eingebundenes Buch mit derselben Geschichte. Auch ihre beiden jüngeren Schwestern waren im Zimmer nebenan aufgewacht und hatten ihre Bücher entdeckt. Bettys Buch war taubengrau, das von Amy dunkelblau.

Die Schwestern bl tterten in ihren Büchern und tuschelten über die pers nlichen Leits tze der Mutter, w hrend drau en langsam die Sonne aufging. Sie beschlossen, jeden Morgen nach dem Aufstehen einige Seiten in den Büchern zu lesen.

Als es Zeit fürs Frühstück war, fragte Meg erstaunt: "Wo ist eigentlich Mutter?"

"Ich wei auch nicht, vorhin kam ein kleiner Betteljunge und erz hlte etwas von einer kranken Mutter", berichtete Hanna, "da ist sie sofort mit ihm gegangen, um zu helfen." Hanna half schon seit Megs Geburt im Haushalt der Marchs, und alle hatten die hilfsbereite Frau so ins Herz geschlossen, dass sie l ngst ein Familienmitglied war.

Meg zog den Korb mit den Geschenken hervor, den die Schwestern unter dem Sofa versteckt hatten. "Wo ist den Amys Flasche mit K lnisch Wasser?", fragte sie bestürzt, als sie den leeren Platz im Korb bemerkte. Da h rten sie Schritte im Flur und wollte den Korb gerade wieder unters Sofa schieben, als sie bemerkten, dass es nur Amy war.

"Wo warst du denn?", wollte Meg wissen, die sich wunderte, dass die bequeme Amy schon so früh unterwegs gewesen war.

"Lacht mich nicht aus!", begann Amy und holte eine Flasche K lnisch Wasser hinter ihrem Rücken hervor, die doppelt so gro war wie die fehlende. "Ich wollte doch unbedingt neue Zeichenstifte, deshalb hatte ich von meinem Dollar nur die kleine Flasche gekauft. Aber sie waren zum Glück noch unbenutzt. So konnte ich sie wieder eintauschen… ich m chte doch nicht mehr so egoismisch sein!"

"Jo, wo bist du nur?"

"Hier!", t nte eine abwesende Stimme vom Dachboden.

Meg rannte nach oben. Jo kauerte, einen Apfel mampfend, auf dem alten, dreibeinigen Sofa unter dem sonnigen Dachfenster und war v llig in ihr Buch vertieft. Hier war Jos Rückzugsort, an dem sie niemand beim Lesen st rte.

"Jo, stell dir vor", sprudelte Meg begeistert hervor und schwenkte ein edles Kuvert. "Wir haben eine offizielle Einladung von Mrs Gardiner für morgen Abend bekommen. Sie l dt dich und mich zu einem Tanz am Neujahrsabend ein. Mutter l sst uns hingehen. Es bleibt nur die Frage, was wir anziehen sollen."

"Was für eine bl de Frage", erwiderte Jo immer noch ihren Apfel kauend. "Die Popelinekleider natürlich - etwas anderes haben wir doch nicht."

"Ich h tte so gerne ein Seidenkleid. Mutter hat mir eines zu meinem 18. Geburtstag versprochen, aber das sind ja noch zwei Jahre hin."

"Ach, so schlecht sind unsere Kleider gar nicht. Nur ich Esel habe meines angesengt als ich mit dem Rücken zu nah am Kamin stand. Jetzt ist es leider nur noch vorne sch n."

"Dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als den ganzen Abend auf einem Stuhl zu sitzen oder mit dem Rücken zur Wand zu stehen", stellte Meg etwas resigniert fest. "Aber ich freue mich so. Jo, du musst mir versprechen, dass du dich morgen Abend ausnahmsweise wirklich damenhaft benimmst."

"Keine Sorge, ich werde mich v llig brav benehmen. Und jetzt lass mich endlich weiterlesen", brummte Jo.

Am Nachmittag vor dem Ereignis herrschte gro e Aufregung. Amy und Betty halfen ihren gro en Schwestern bei den Vorbereitungen für den Ball und flitzten mit viel Gekicher durchs Haus.

"Igitt, was riecht hier so verbrannt", schrie Amy pl tzlich.

Jo, hatte Megs lange Haare zu gro en Locken auf Papierstreifen gedreht und wollte dies noch mit Hannas Brennschere verst rken. Durch den Geruch etwas skeptisch geworden, rollte sie den Wickel auf und lie vor Schreck die Brennschere fallen. Eine dicke Str hne von Megs sch nem Haar fiel angesengt zu Boden.

"Ach, es ist grausam, sich sein Bündel wieder auf den Rücken zu schnüren und in den Alltag zurückzukehren", seufzte Meg am n chsten Morgen, w hrend sie an all ihre unangenehmen Aufgaben dachte.

"Ja, ich wünschte, es w re immer Weihnachten oder Neujahr", g hnte Jo.

"Wir h tten dann zwar sicherlich nicht immer so viel Vergnügen wie die letzten Tage, aber es w re herrlich, fters so feines Essen zu genie en und auf B lle zu gehen. Ich h tte so gern etwas Luxus!", tr umte Meg, w hrend sie prüfte, welches ihrer Kleider weniger sch big war. "Ach, es macht sowieso keinen Sinn, sich hübsch zu machen, wenn mich nur diese vier Ungeheuer der Kings sehen. Ich werde weiter jeden Tag schuften, bis ich eine alte Jungfer bin und mich keiner mehr heiraten will."

Beim Frühstück herrschte gedrückte Stimmung. Betty hatte Kopfschmerzen und keinen Appetit. Sie legte sich aufs Sofa und lie sich von ihren drei K tzchen aufheitern.

Amy zog eine finstere Miene, weil sie wieder nicht für die Schule gelernt hatte. Mrs March war damit besch ftigt, einen Brief zu Ende zu schreiben und selbst Hanna brummte missmutig vor sich hin. Nur Jo pfiff laut und falsch, w hrend sie sich ihre Schuhe anzog.

Sie bemerkte die genervten Blicke ihrer Schwestern und in diesem Augenblick riss nicht nur ihr zweiter Schnürsenkel sondern auch ihr Geduldsfaden: "Ihr seid die schlecht gelaunteste Familie, die ich kenne!", schrie sie laut.

"Und du bist die nervigste Person, die ich kenne", schimpfte Amy zurück. Dabei tropften ein paar Tr nen auf ihre Schiefertafel.

"M dchen, k nnt ihr nicht mal ruhig sein! Ich muss wirklich diesen Brief zu Ende bringen", rief Mrs March und strich rgerlich einen falschen Satz durch.

"Los, lasst uns gehen. Gute Besserung, Betty. Viel Erfolg in der Schule, Amy!" Jo packte Meg am Arm und zog sie Richtung Ausgangstüre. "Auf Wiedersehen, Mutter! Wir waren heute Morgen wirklich unausstehlich, aber wir werden als Engel zurückkommen", versprach Jo.

Die beiden Schwestern gingen noch einen Stück des Weges gemeinsam. Als sie sich trennten, dachte Meg noch mal an die Seiten der Pilgerreise, die sie am Morgen gelesen hatte, und nahm sich fest vor, den Rest des Tages ohne Murren zu verbringen, sodass ihr Vater stolz auf sie sein k nnte.

Mr March hatte sein gesamtes Verm gen verloren, als er einem Freund aus finanziellen N ten helfen wollte. Das war ein schwerer Schlag für die Familie. Die beiden ltern Schwestern schlugen damals vor, eine leichte Arbeit anzunehmen um so einen kleinen Beitrag zum Familieneinkommen leisten zu dürfen.

"Was in hast du denn vor bei diesem Wetter?", fragte Meg, als Jo mit Gummistiefeln, einem dicken alten Mantel von Vater und Wollmütze durch den Flur trampelte. In einer Hand trug sie Schaufel und Besen.

"K rperliche Ertüchtigung", antwortete Jo mit einem spitzbübischen Grinsen und stapfte vergnügt in die K lte. Voller Energie begann sie einen Weg rund um das verschneite Haus freizuschaufeln, damit Betty wieder mit ihren Puppen spazieren fahren konnte.

Das Haus der Marchs lag in einem ruhigen Vorort und der Garten grenzte direkt an den von Mr Laurence. Nur eine niedrige Hecke trennte die beiden so unterschiedlichen Nachbargrundstücke. Auf der einen Seite befand sich ein altes braunes Haus, das eher schlicht und rmlich wirkte. Auf der anderen Seite gl nzte ein schneewei es, palastartiges Herrenhaus mit Wagenremise, Gew chshaus und gepflegtem Park. Es strahlte gro en Luxus aus, jedoch wirkte es sehr verlassen.

"Laurie muss sich darin verdammt einsam fühlen", dachte Jo. Nach dem Ball bei den Gardiners hatte sie ihn l nger nicht gesehen und schon befürchtet, sein Gro vater h tte ihn zurück nach Europa geschickt. Doch gestern hatte sie sein Gesicht hinter dem Vorhang entdeckt, als sie gerade mit Betty und Amy in eine wilde Schneeballschlacht verwickelt war.

"Laurie braucht unbedingt ein bisschen Spa und junge Leute um sich herum", murmelte Jo beim Schneeschippen. Sie wollte sehen, ob sich heute etwas erreichen lie e. Und tats chlich, nach einer Weile fuhr Mr Laurence mit der Kutsche davon.

Das Haus wirkte ganz verlassen. Keiner war zu sehen, bis auf einen braunen Lockenkopf, der im oberen Stock aus dem Fenster blickte. Jo formte einen Schneeball und warf ihn kraftvoll in Richtung Fenster. Treffer! Laurie schaute erschrocken, doch als er Jo erkannte, lachte er und ffnete das Fenster.

"Bist du krank?", fragte Jo.

"Ja, ich hatte eine schlimme Erk ltung und durfte eine Woche nicht das Haus verlassen", kr hte Laurie.

"Du Armer! Du musst dich furchtbar langweilen. Da brauchst du einen Krankenbesuch."

"Du würdest mich besuchen kommen? Oh ja, bitte!"

Für Betty war der alte Mr Laurence wie ein bedrohlicher L we, auf dem Weg zum nachbarlichen Palast auf ihrer Pilgerreise. Auch nach dessen Besuch bei ihrer Mutter fürchtete sie sich noch immer vor ihm, obwohl er zu allen M dchen sehr freundlich gewesen war.

Mr Laurence zeigte sich so glücklich darüber, dass sein Enkel in der Familie March wie ein Bruder aufgenommen wurde, dass die M dchen auch bald verga en, wie reich er war.

Als Laurie sogar begann seine Schularbeiten zu vernachl ssigen, um lieber mit den M dchen zu spielen, beschwerte sich sein Hauslehrer, Mr Brooke beim Gro vater. Doch der sonst so strenge alte Herr lachte nur und meinte der Lehrer solle ihm etwas Ferien g nnen. Denn Stoff k nne er ohne Probleme nachholen.

Die folgende Zeit genossen alle in vollen Zügen. Sie spielten zusammen Theater, gingen Schlitten fahren, oder verbrachten die Zeit im Hause Laurence, wo jeder seinen Neigungen nachging. Meg liebte es im Gew chshaus die Blumen zu bestaunen, Jo schm kerte in der Bibliothek und Amy zückte Stift und Papier um die alten Gem lde abzuzeichnen. Nur Betty tr umte immer noch heimlich von dem Flügel im Kaminzimmer.

Sie hatte solche Angst vor Mr Laurence, dass nicht mal Jos gutes Zureden sie dazu brachte einen Fu in das Haus zu setzen.

Doch w hrend einem Besuch bei Mrs March lenkte Mr Laurence das Gespr ch geschickt auf das Thema Musik. "In letzter Zeit vernachl ssigt Laurie sogar seine Musik. Ich bin ja ganz froh darüber, denn vorher gab es für ihn kaum etwas anderes, aber nun steht der sch ne Flügel da und es ist schade, wenn niemand auf ihm spielt. H tte nicht eines ihrer M dchen Lust, von Zeit zu Zeit zu spielen?"

Betty blieb der Atem weg, sie machte einen Schritt vorw rts, ballte die F uste und überlegte, ob sie… doch da ert nte schon erneut die tiefe Stimme von Mr Laurence. "Sie müsste nicht einmal Bescheid sagen. Ich bin den ganzen Tag in meinem Arbeitszimmer im anderen Flügel und sie w re ganz ungest rt."

Hier erhob sich Mr Laurence und verabschiedete sich von Mrs March. In diesem Moment schob sich eine kleine zierliche Hand in seine und Betty sah mit dankbarem Gesicht zu ihm hoch, als sie mit zitternder Stimme sagte: "Oh Sir, ich habe Lust, sehr sogar."

"Bist du die Musikerin im Hause March?", fragte er mit sanfter Stimme.

"Der Junge ist ein richtiger Zyklop, findest du nicht?", fragte Amy, als Laurie mit seinem schwarzen Pferd am Haus der Marchs vorbeigaloppierte.

"Spinnst du? Laurie ist doch kein ein ugiges Monster", zischte Jo, die keine Beleidigung ihres Freundes duldete. "Er hat nicht nur zwei Augen, sie sind auch noch besonders hübsch."

"Ich meinte doch nur, dass er ein hervorragender Reiter ist und es wirkt, als w re er mit dem Pferd verwachsen", gab Amy gekr nkt zurück.

"Oh mein Gott! Du meinst einen Zentaur, einen Pferdemenschen, und verwechselst ihn mit einem Zyklopen!" Jo kugelte sich vor Lachen.

"Du musst wegen eines Versprechers nicht gleich so gemein sein", blaffte Amy beleidigt. "Ich wünschte nur, ich h tte ein bisschen von dem Geld, das Laurie allein für sein Pferd ausgibt. Ich bin so verschuldet und brauche dingend Geld für kandierte Zitronen. Ich schulde meinen Mitschülerinnen mindestens ein Dutzend."

"Sind Zitronen jetzt der neueste Trend? Das musst du mir erkl ren", Meg versuchte ein Grinsen zu unterdrücken, da Amy es so wichtig hatte.

"In der Schule kaufen alle kandierte Zitronen. Und wenn du dazugeh ren willst, musst du es auch tun. Wenn du ein M dchen magst, schenkst du ihm eine Zitrone. Ich habe schon so viele geschenkt bekommen und kann nie eine zurückgeben. Das sind Ehrenschulden, verstehst du?"

Meg bekam Mitleid und gab ihrer kleinen Schwester 25 Cent aus ihrer Geldb rse. Gleich am n chsten Tag kam Amy kurz vor dem Gong in die Schule geeilt und konnte es kaum erwarten, ihre verhei ungsvolle Papiertüte zu zeigen. Schnell sprach es sich herum und Amy wurde von den M dchen mit viel Aufmerksamkeit überschüttet.

Eine lud sie zu ihrer Party ein, eine Andere wollte Amy unbedingt ihre Uhr bis zur Pause leihen. Und sogar die bissige Jenny Snow, die Amy mehrfach wegen ihrer Nase aufgezogen hatte, wollte pl tzlich ihre Freundin sein. Aber Amy hatte ihre geh ssigen Worte nicht vergessen und teilte Jenny mit, dass sie von ihr keine kandierten Zitronen zu erwarten hatte.

Jenny platzte fast vor Wut und fasst einen Plan. Unter einem Vorwand ging sie zu Mr Davis, dem Klassenlehrer ans Pult. Dort petzte sie, dass Amy unter ihren Pult Zitronen versteckt hatte. Mr Davis hatte den kandierten Zitronen den Kampf angesagt und mit harten Strafen gedroht.

Er lief feuerrot an und rief: "Miss March, treten Sie vor!"

Amy stand das Herz still.

Am Samstagnachmittag waren Meg und Jo gerade dabei, sich hübsch zu machen, als Amy das Zimmer betrat.

"Wo geht ihr hin?", wollte Amy wissen.

"Das geht kleine M dchen nichts an!", knurrte Jo unfreundlich zurück.

Damit war Amys Neugier erst recht geweckt. Sie wandte sich an Meg, die ihr selten etwas verweigerte: "Sag mir bitte, wo ihr hingeht! Ich m chte mitgehen. Betty ist schon wieder Klavier spielen gegangen und ich langweile mich alleine."

"Das geht nicht, Liebes. Denn du bist nicht eingeladen…"

"Meg, sei still! Du verr tst noch alles", unterbrach Jo vehement.

"Ihr geht bestimmt mit Laurie. Etwas ins Theater, um "Die sieben Burgen" zu sehen? Mutter hat mir erlaubt dieses Stück anzusehen."

"Mutter meint, du sollst erst deine Erk ltung auskurieren. Hanna geht n chste Woche mir dir und Betty", versuchte Meg ihre kleine Schwester zu beruhigen.

"Ich will aber lieber mit euch gehen. Ich bin auch ganz artig."

"Auf keinen Fall", rief Jo emp rt. "Laurie hat nur uns beide eingeladen." Sie hatte sich so sehr auf den Ausflug gefreut und keinerlei Lust, auf Amy aufzupassen.

Als Jo merkte, dass Meg weich wurde rief sie: "Wenn du Amy mitnimmst, dann bleibe ich zu Hause. Und wenn ich nicht dabei bin, hat Laurie keinen Spa ."

Amy setzte sich auf den Boden und begann zornig zu heulen. Meg wollte sie gerade tr sten, als sie Lauries Stimme h rten. "Wo bleibt ihr? Wir müssen los!"

Jo und Meg liefen die Treppen hinab und lie en Amy heulend zurück. In ihrer Wut verga sie ihre guten Manieren, beugte sich über das Treppengel nder und brüllte: "Das wird dir noch Leid tun, Jo March!"

Das Theaterstück war brillant uns sehr komisch, dennoch ging Jo Amys Drohung nicht aus dem Kopf. Als die M dchen zurückkehrten, fanden sie Amy lesend im Wohnzimmer. Sie sagte kein Wort, obwohl sie sicherlich beinahe vor Neugierde geplatzt w re.

Nachdem sie Betty alles erz hlt hatten, ging Jo in ihr Zimmer. Alles schien in Ordnung zu sein. Sie konnte keine verd chtigen Spuren erkennen und dachte erleichtert, dass Amy vielleicht eingesehen hatte, dass ihr Auftritt albern war.

Doch am n chsten Tag kam Jo ein fürchterlicher Verdacht. In heller Aufregung kam sie ins Wohnzimmer gerannt. "Hat jemand mein Buch genommen?"

"Nein", antworteten Meg und Betty wie aus einem Mund.

W hrend sich die M dchen in der ersten Woche nach der Abreise von Mrs March vorbildlich benahmen, lie der Flei in der zweiten Woche ein wenig nach. Und als sie immer bessere Nachrichten aus Washington erhielten und sich weniger Sorgen um ihren Vater machen mussten, schlichen sich die alten Gewohnheiten klammheimlich wieder ein.

Jo hatte sich eine leichte Erk ltung geholt, da sie mehrmals vergessen hatte, ihren geschorenen Kopf mit einem Hut oder einer Kapuze zu schützen. Tante March hatte Angst, sich anzustecken, und gab Jo frei. So lümmelte sie mit dem Vorwand, sich auskurieren zu müssen, faul auf dem Sofa und verschlang von Laurie geliehene Bücher.

Amy fand, dass zu viel Hausarbeit ihren Künstlerh nden schaden konnte, und begann wieder Tonfiguren zu formen. Meg unterrichtete nach wie vor die Kings-Kinder und hielt sich für eine gute Hausfrau, doch immer fters ertappte sie sich dabei, wie sie vertr umt in die Gegend starrte statt zu n hen.

Nur Betty war flei ig wie immer und g nnte sich selten etwas mehr Zeit am Klavier oder bei ihren Puppen. Doch wenn die Sehnsucht nach ihren Eltern zu gro wurde, verkroch sie sich in Mutters Schrank, um dort heimlich zu weinen. Niemand wusste davon, nicht einmal Jo.

Mrs March hatte die M dchen gebeten, über ihren eigenen Sorgen die arme Familie Hummel in der Hütte am Fluss nicht zu vergessen. Betty, die diese Aufgabe gewissenhaft übernommen hatte, sagte eines Tages zu Jo und Meg: "Ich bin heute so müde, kann nicht eine von euch gehen?"

"Drau en ist es zu stürmisch für meine Erk ltung", erwiderte Jo, froh darüber so schnell eine passende Ausrede gefunden zu haben.

"Warum gehst du nicht selber?", fragte Meg.

"Ich war jetzt jeden Tag dort. Das Baby ist sehr krank und ich wei mir langsam keinen Rat mehr. Ich w re wirklich froh, wenn du mal nach ihm sehen kannst, Meg", antwortete Betty ersch pft.

"Okay, aber nicht mehr heute. Wir fragen Hanna und wenn Amy zurück ist, soll sie gehen."

Betty lie sich müde in Mutters Sessel fallen, um sich auszuruhen und auf Amy zu warten. Aber die kam nicht nach Hause. Die anderen hatten die Hummels l ngst vergessen, und so schlüpfte Betty leise in ihren Mantel, packte ein paar Lebensmittel ein und machte sich trotz Kopfschmerzen und Mattigkeit auf den Weg.

Niemand bemerkte Betty, als sie wieder zurückkehrte. Sie schlich sich nach oben und verkroch sich weinend in Mutters Schrank. Als Jo eine halbe Stunde sp ter auf der Suche nach irgendetwas die Tür des Zimmers ffnete, entdeckte sie Betty, die leichenblass und mit ger teten Augen im Medizinschrank von Mrs March kramte.

Der kleine Briefkasten, den Laurie eines Tages in der Hecke zwischen den beiden Grundstücken aufgeh ngt hatte, war eine fantastische Idee gewesen. Alle, sogar Mrs March und Mr Laurence nutzten das ehemalige Vogelhaus, um Nachrichten auszutauschen. Es war Bettys Aufgabe, nach der Post zu sehen, wenn sie mit den Puppen spazieren fuhr.

An einem sch nen Julimorgen kam sie mit einem Arm voll Post ins Haus. Zwei Briefe für Jo, ein seltsamer Hut und ein einzelner Handschuh sowie ein Brief für Meg. Dieser war von Mr Brook, Lauries Lehrer. Er hatte für Meg ein deutsches Lied übersetzt. "Betty, hast du auch genau nachgesehen? Ist nicht noch einer im Briefkasten? Ich habe die Handschuhe bei Mr Laurence vergessen."

Betty schüttelte den Kopf: "Ich habe mich auch schon gewundert, aber der Briefkasten ist leer."

"Oh, Laurie ist so ein Schuft", schimpfte Jo lachend. "Ich habe ihm erz hlt, dass ich wünschte, es w ren gr ere Hüte in Mode, da ich mir st ndig einen Sonnenbrand auf der Nase hole. Und er meinte, ich solle auf die Mode pfeifen und einfach einen gr eren Hut tragen. Jetzt hat er mir dieses scheu liche, alte Exemplar geschickt."

Zu dem Hut geh rte ein Brief. Laurie lud die March Schwestern zu einem Picknick ein. Er bekam Besuch von ein paar Jungen und M dchen aus England, mit denen er nach Longmeadow rudern wollte. Er erkl rte, dass Kate Vaughn, als Anstandsdame für die M dchen mitging. Mr Brooke würde sich um die Jungen kümmern.

Jo freute sich sehr, über die Einladung und bat ihre Mutter um Erlaubnis.

"Hoffentlich sind die Vaughns nicht alle sehr erwachsen und vornehm", meinte Meg.

"Ich wei nur, dass es vier Geschwister sind. Kate müsste etwas lter sein als du. Die Zwillinge Fred und Frank sind in meinem Alter und Grace, die Kleinste, ist etwa neun oder zehn Jahre. Laurie kennt die Zwillinge aus dem Internat."

W hrend Amy, Jo und Meg sich darüber berieten, was sie anziehen sollten, sa Betty still in ihrer Ecke. "Betty, du kommst doch mit, oder?", fragte Jo.

"Aber nur wenn ich nicht mit fremden Jungen sprechen muss!"

"Versprochen!", rief Jo.

Die M dchen beschlossen, ihre Pflichten heute besonders flei ig zu erledigen, damit sie den freien Tag morgen richtig genie en konnten.

Im Haus der Marchs herrschte am n chsten Morgen ebenso hektisches Treiben wie nebenan. Betty war als Erste fertig. W hrend ihre Schwestern noch dabei waren, sich hübsch zu machen, berichtete sie von ihrem Aussichtsposten am Fenster, was sich im Haus der Laurences abspielte."Oh, da kommen die G ste! Eine gro e, schlanke Dame, ein kleines M dchen und zwei schrecklich aussehende Jungen. Einer von ihnen geht auf Krücken. Jetzt beeilt euch mal! Oh, und da kommt Ned Moffat und Sallie ist auch dabei."

"Wie sch n, ich dachte Ned w re in die Berge gefahren", freute sich Meg. "Jo! Du willst aber nicht ernsthaft diesen gr sslichen Hut aufsetzen", rief sie entsetzt, als sie ihre Schwester sah.

"Doch! Er ist für so einen Ausflug wie geschaffen", grinste Jo. Sie zog den alten Schlapphut noch etwas tiefer in die Stirn und rannte als Erste aus dem Haus. Laurie begrü te sie fr hlich und stellte die M dchen dann h flich den G sten vor.

Meg freute sich, als Ned beteuerte, er sei nur ihretwegen gekommen. Jo verstand, warum Laurie stets die Nase rümpfte, wenn er von Kate sprach. Sie wirkte sehr überheblich. Betty be ugte die Zwillinge. Der Junge mit den Krücken tat ihr Leid. Amy musterte Grace sehr reserviert, stellte aber bald fest, dass sie eigentlich ganz nett war.

Am Fluss angekommen, kletterte die Gesellschaft in zwei Boote. Laurie und Jo ruderten im ersten Boot, und Mr Brooke und Ned Moffat hatten gut zu tun, ihrem flotten Tempo zu folgen. Jos Hut hatte gleich für einige Lacher gesorgt. Nur Kate wunderte sich über die lockeren Umgangsformen der Amerikaner.Es war nicht weit bis Longmeadow, und als die beiden Boote das Ufer erreichten, hatten die vorausgefahrenen Bediensteten von Mr Laurence bereits das Zelt und die Tore für das Kricketspiel aufgestellt. Auf einer gro en Wiese, mit alten Eichen lagen Picknickdecken ausgebreitet.

"Willkommen in Camp Laurence! ", rief Laurie. "Mr Brooke ist der General und ich bin sein Adjutant. Wir schlagen vor, gleich mit dem Kricketspiel zu beginnen, bevor es zu hei wird."

Sie bildeten zwei Mannschaften. Die von Jo gewann sogar das Spiel, obwohl Fred geschummelt hatte. Doch beim folgenden Picknick war der rger bald vergessen. Betty kam zur überraschung ihrer Schwestern mit Frank ins Gespr ch und sie unterhielten sich angeregt.

"Ich habe Frank schon lange nicht mehr so lachen gesehen", freute sich dessen kleine Schwester Grace.

"Ja, unsere Betty ein kleiner Engel", erwiderte Meg.

Bei einer Diskussion zwischen Kate und Meg, in der es um die Unterschiede zwischen englischen und amerikanischen Frauen ging, kam Mr Brooke Meg zu Hilfe: "Die amerikanischen Frauen sch tzen ihre Unabh ngigkeit ebenso wie ihre Gründungsv ter, und sie werden dafür respektiert, dass sie ihr eigenes Geld verdienen.""Au erdem macht es Spa , die Dinge, die man gelernt hat, an Jüngere weiterzugeben", fügte Meg hinzu und wunderte sich über ihre Schlagfertigkeit. So hatte sie den verhassten Job bei den verzogenen Kings-Kindern noch nie betrachtet.

Nach einer weiteren Partie Kricket und ein paar Liedern am Lagerfeuer machte sich die Gesellschaft wieder auf den Nachhauseweg. Im Garten von Mr Laurence verabschiedeten sich alle herzlich voneinander, denn die Vaughns wollten am n chsten Tag nach Kanada weiterreisen. Die vier Schwestern liefen nach Hause und winkten noch ein letztes Mal vor ihrer Einganstür.

"Abgesehen von ihren ungehobelten Manieren k nnen amerikanische M dchen doch recht nett sein, wenn man sie erst n her kennen lernt", bemerkte Kate, diesmal ganz ohne ironischen Unterton.

"Da haben Sie Recht", best tigte Mr Brooke und l chelte.Inzwischen war es Oktober. Die w rmende Sonne lie sich nur noch ein paar Stunden am Tag blicken.

Jo war sehr besch ftigt und verkroch sich fast jeden Tag auf dem Dachboden. Auf dem alten Sofa unter dem Dachfenster genoss sie die letzten Sonnenstrahlen und kritzelte eifrig in ein leeres Buch, das sie selbst gebunden hatte. Mit einem zufriedenen Seufzen setzte sie schlie lich schwungvoll ihren Namen unter die letzte Zeile.

"Fertig! Ich habe mein Bestes gegeben. Und wenn es diesmal nicht klappt, muss ich eben warten, bis ich es besser kann."

Konzentriert las Jo noch einmal jede Seite ihres Manuskriptes und verbesserte ein paar Fehler. Dann umwickelte sie es mit einem roten Band und betrachtete es voller Stolz. Sie schlich die Treppen hinunter und zog so ger uschlos wie m glich ihren Mantel an. Dann schlich sie sich nach drau en und ging zur n chsten Haltestelle der ffentlichen Pferdekutschen. Jo bezahlte den Kutscher und fuhr zum ersten Mal in ihrem Leben alleine in die Stadt.Der junge Mann, der Jo aus dem gegenüberliegenden Haus beobachtete, schmunzelte. "Das sieht ihr wieder hnlich, dass sie alleine hierher kommt. Aber hinterher ist sie sicher froh, wenn sie jemand nach Hause begleitet."

Als Jo zehn Minuten sp ter mit hochrotem Kopf aus dem Eingang stürzte, war sie alles andere als erfreut, den jungen Gentleman zu sehen. Sie grü te ihn kurz und wollte davoneilen. Doch er folgte ihr beharrlich.

"War es schlimm? Du bist aber schnell drangekommen!"

"Gott sei dank."

"Warum bist du alleine hergekommen?"

"Ich wollte nicht, dass es jemand wei ."

"Du bist das seltsamste M dchen, das ich kenne. Wie viele hat er dir gezogen?"

Jo sah Laurie einen Moment lang verdutzt an und brach dann in schallendes Gel chter aus."Entschuldigen Sie, werte Dame. Das ist kein Billardsalon, sondern eine Turnhalle, ich hatte eine Lektion im Fechten. Wollen wir zusammen nach Hause laufen? Dann erz hle ich dir ein Geheimnis, allerdings nur, wenn du mir deines verr tst."

"Ich habe kein…", begann Jo und stoppte abrupt, als ihr einfiel, dass sie seit heute doch ein Geheimnis besa .

"Ich wei , dass du eins hast. Vor mir kannst du nichts verbergen. Also erz hl schon, sonst werde ich den ganzen Heimweg schweigen."

"Du darfst es aber niemandem verraten."

"Versprochen!"

"Ich habe zwei meiner Geschichten bei der Zeitung abgegeben, und sie wollen mir n chste Woche Bescheid geben, ob sie sie abdrucken", flüsterte Jo ihrem Freund ins Ohr.

"Hurra! Josephine March, Amerikas berühmte Autorin!", jubelte Laurie, schloss Jo in die Arme und wirbelte sie herum.

Jos Augen gl nzten vor Freude. "So, und jetzt erz hl mir dein Geheimnis."

Laurie r usperte sich. "Ich wei , wo Megs Handschuh ist", sagte er dann bedeutungsvoll."Soll ich dir verraten, wo er ist? Das err tst du nie!"

Laurie beugte sich zu Jo hinüber und flüsterte drei Worte in ihr Ohr. Jo blieb stehen und starrte Laurie erstaunt und ziemlich entsetzt an. Dann rief sie entrüstet: "Woher wei t du das?"

"Ich habe ihn gesehen. In seiner Westentasche. Ist das nicht romantisch?"

"Nein, es ist grauenhaft und l cherlich. Was wird Meg blo dazu sagen?"

"Wehe, du erz hlst es ihr! Du hast versprochen, das Geheimnis für dich zu behalten!"

"Ich verrate es nicht. Aber ich finde es absto end und wünschte, du h ttest es mir nicht erz hlt! Es ist kein sch ner Gedanke, dass einer kommt, um uns Meg wegzunehmen."

"Ist es dir lieber, wenn zuerst jemand kommt, um dich mitzunehmen?"

"Das soll erstmal einer versuchen!", kreischte Jo drohend.

"Vielleicht sollte ich es versuchen?", kicherte Laurie.Um Jo auf andere Gedanken zu bringen, schlug Laurie ein Wettrennen den Hügel hinunter vor. Ihre Haarnadeln l sten sich und als sie unten als Zweite ankam, war ihre Frisur v llig aufgel st. Laurie machte sich auf die Suche, nach den Nadeln und Jo flocht sich einen Zopf.

In dem Moment kam eine u erst herausgeputzte Meg in ihrem hübschesten Kleid auf sie zu. Sie stellte Jo zur Rede, dass eine junge Dame keine Wettrenne veranstaltete. Jo reagierte beleidigt. Doch Lauries Geschichte hatte ihr gezeigt, das Meg wirklich erwachsen wurde und dass sie ihre geliebte Schwester bald an einen Mann verlieren k nnte. Das machte sie traurig.

Die n chsten zwei Wochen benahm sich Jo so seltsam, dass Meg sich wunderte, was wohl los war. Jo sprintete zur Tür, wenn der Postbote klingelte, war unh flich zu Mr Brooke und sah Meg oft lange mit einem merkwürdigen Blick an. Sie zankte sich mit ihr wegen jeder Kleinigkeit, um dann pl tzlich aufzuspringen und sie in den Arm zu nehmen.

Eines Samstags sa Meg n hend am Fenster und betrachtete, wie Jo und Laurie im Garten herumtobten. Sie spielten fangen und als Laurie sie schlie lich erreicht hatte, kitzelte er sie. Meg konnte nichts sehen, aber sie h rte lautes Lachen, gefolgt von heimlichtuerischem Geflüster und lautem Rascheln von Zeitungspapier.

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