德语故事:Gargoyle(8)
发布时间:2022-11-19 03:02:28
"Ich habe von Plänen gehört, uns alle zu vernichten. Wir brauchen deine Hilfe!" "Aber ich bin beim Fürsten in Ungnade gefallen. Wie kann ich euch helfen?" "Du musst ihn rauslocken. Wenn er sich verschanzt, kommen wir nicht an ihn heran."
"Na gut. Ich helfe euch. Wann geht es los?"
"Jetzt sofort."
Pagg packte mich und flog los. Mir war unwohl an der Seite der Gargoyles gegen Menschen zu kämpfen. Aber vielleicht konnte ich mit meiner Hilfe einigen Menschen das Leben retten. Wir waren zu siebend. Ich und sechs Gargoyles. Ich fragte, wo die anderen waren. Pagg erklärte mir, dass die Gargoyles beim letzten Angriff aus anderen Klans waren. Sie haben geholfen, Rass zu befreien. Ihr Klan bestand nur aus sechs Gargoyles. Pagg, Rass, Ohm und Sarka kannte ich schon. Die anderen beiden hießen Rol und Lori. Jetzt begriff ich, warum sie nicht wie beim letzten Mal einfach die Burg angriffen. Sie hatten sich Hilfe aus anderen Klans geholt. Jetzt mussten sie eine List anwenden und brauchten meine Hilfe. Wir landeten außerhalb der Reichweite ihrer Bogenschutzen vor dem Tor. Die Gargoyles versteckten sich in der Dunkelheit. Ich rief laut: "Hier ist Pan. Ich möchte mit dem Fürsten sprechen." Einige Minuten verstrichen und ich wollte noch mal rufen, als plötzlich das Tor geöffnet wurde. Hindurch kam der Fürst begleitet von zwölf Speerträgern. Ich wollte laufen aber meine Aufgabe bestand darin ihn herzulocken. Also blieb ich stehen. Die Speerträger umringten mich und ich fühlte mich immer mehr unwohl. Der Fürst hatte ein breites Grinsen in seinem Gesicht. Jetzt wusste ich wieder, warum es gut war ihn zu beseitigen. Würde er am Leben bleiben, würden Marie und ich nie in Ruhe leben können. "Jetzt sehen wir uns endlich wieder.", sagte er. "Wenn du um Gnade winseln willst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt." Ich hob mein Schwert, was das Zeichen für die Gargoyles war. Sie kamen von überall her und griffen die Speerträger an. Zwei Köpfe zerplatzten sofort wie zwei reife Tomaten in den riesigen Pranken von Pagg. Die anderen Gargoyles nahmen sich jeweils einen Soldaten vor und brachen ihnen das Genick, noch bevor sie wussten, was hier vor sich ging. Die anderen liefen sofort weg. Auch der Fürst wollte weglaufen aber Rass stellte sich vor ihm auf. "So sehen wir uns wieder." Er kniete sich sofort nieder und winselte um Gnade. Aber er war ein zu großes Risiko für die Gargoyles und für mich. Er blickte mich hoffnungsvoll an, als wenn wer Hilfe erwartete aber ich wendete mich ab und sagte nur: "Mach es schnell!" Dann riss Rass ihm das Herz aus der Brust. Seine Augen würden immer größer bis er leblos zusammensackte. Wir verließen den Ort ohne ein weiteres Wort.
Sie brachten mich zum Bauernhof zurück. Wir verabschiedeten uns kurz, dann flogen sie in die Nacht hinein. Ich reinigte mich am Brunnen, Dann ging ich in die Scheune zurück. Marie schlief immer noch. Trotz ihrer roten Augen sah sie aus wie ein Engel. Den Rest der Nacht starrte ich die Decke an. Ich konnte nicht mehr schlafen. Schließlich hatte ich eine Hinrichtung miterlebt. Am nächsten Morgen, nach getaner Arbeit ging sie zur Burg des Fürsten. Sie wollte ihren Bruder suchen. Während sie weg war beschlich mich eine böse Vorahnung. Gegen Abend kam sie wieder. Ich fragte, ob sie erfolgreich war. Sie sagte nichts. Nach einer halben Stunde fing sie an zu erzählen. Der Fürst wurde von Gargoyles getötet. Das wusste ich schon. Aber ich schwieg. Dann erzählte sie mir, dass ihr Bruder letzte Nacht auch von Gargoyles getötet wurde. Sie vergoss nicht eine Träne. Sie erzählte es mir als würde sie über das Wetter erzählen. Sie war eine gebrochene Frau und würde nie wieder so lebensfroh sein, wie sie früher einmal war. Warum musste der Fürst seine Bauern auch zum Soldatendienst heranziehen. Es war schrecklich. Marie hatte ihre ganze Familie verloren. Ich fühlte mich schuldig. Vielleicht würde ihr Bruder noch leben, hätte ich mich nicht verpflichtet gefühlt, meinen Freunden zu helfen. Dann starrte Marie mich mit einem Funkeln in den Augen an. "Du musst sie alle töten! Du bist ein Gargoylejäger. Versprich es mir!" Und wieder versprach ich es ihr. Ich war in einer Zwickmühle. Sollte ich meine Freunde töten. Die einzigen Wesen, die mich so akzeptierten, wie ich war. Oder sollte ich mich auf ihre Seite schlagen, Marie verlassen und der Menschheit den Rücken zukehren. Ich hoffte, dass mit der Zeit Ruhe einkehrte.
Die Monate und Jahre gingen ins Land. Unser Fürstentum wurde unter anderen Fürsten aufgeteilt, wovon wir auf dem Dorf kaum etwas mitbekamen. Das Haus wurde mit Hilfe der Nachbarn wieder aufgebaut. Zu einige entwickelte ich sogar eine Bekanntschaft. Sie mochten mich nicht aber sie tolerierten mich. Wenigstens verstummten nicht mehr alle, wenn ich die Dorfkneipe betrat. Ich heiratete Marie. Es war ein wunderschöner Tag. An diesem Tag lächelte sie sogar wieder ein bisschen. Neun Monate später schenkte sie mir einen Sohn. Wir nannten ihn Bore. Ich mochte meine Arbeit als Schafbauer, wenn ich nicht jeden Abend aufs Neue schwören müsste, meine Freunde zu töten. Besonders, da ich ein gutes Verhältnis zu den Gargoyles aufgebaut habe. Manchmal, wenn Marie nicht zu Hause war, ging ich zu ihnen und wir redeten über Gott und die Welt. Einige Male kamen sie zu mir und brauchten meine Hilfe. Ich half ihnen gern und so verbrachten wir so manches Abenteuer. Wir halfen vielen Menschen und anderen Gargoyles. Pagg und Rass bekamen auch einen Sohn. Sie nannten ihn Rigg. Ich hoffte, dass dieser kleine Gargoylejunge eines Tages vielleicht mit meinem Bore spielen würde. Dann eines Abends, Marie und ich feierten gerade, dass Marie zum zweiten Mal schwanger wurde, kam ein Nachbar aufgeregt auf unseren Hof gelaufen. Er berichtete, dass jemand aus dem Dorf den Unterschlupf der Gargoyles entdeckt hatte und dass eine Gruppe aus dem Dorf losziehen und sie vernichten wollte. Ich wurde leichenblass. Marie bekam wieder dieses wahnsinnige Funkeln in ihren Augen und holte sofort mein Schwert. Sie sah mich an wie eine Fremde und sagte: "Du hast es mir geschworen." Was sollte ich jetzt sagen. Also ging ich wohl oder übel mit. Marie zog sich ihren Mantel über. Ich wollte sie daran hindern mitzukommen aber sie ließ sich nicht davon abhalten.An die zwanzig Leute trafen sich auf dem Dorfplatz. In all ihren Gesichtern standen der Hass und der Blutdurst geschrieben. Ich versuchte sie zu überreden, erst nächsten Tag anzugreifen, wenn alle tu Stein geworden sind. Vielleicht hatte ich dann noch die Chance sie heute Nacht zu warnen. Aber alle wollten sofort angreifen. Die Massenhysterie spülte ihre Angst und ihre Vorsicht einfach fort. Außerdem hatten sie Angst, dass sie bis morgen weg wären. Also liefen sie los. Ich musste notgedrungen hinterher. Während des Aufstiegs fielen einige zurück. Einen halben Kilometer vor dem Gipfel hielten sie an. Ich versuchte ein letztes Mal sie aufzuhalten indem ich ihnen Angst einjagte. Das einzige Ergebnis war, dass sie noch wilder wurden und dass ich alleine hineingehen sollte. Alle sahen auf mich und feuerten mich an. Keiner wusste, dass ich keine Angst hatte sondern dass ich einfach nicht wollte. Dann trat Marie auf mich zu. "Du gehst jetzt in diese Höhle und tötest sie alle oder ich stürze mich mit deinem ungeborenen Kind von dem Felsen." Sie trat eine Schritt auf den Abgrund zu und blickte mich mit traurigen Augen an. Jetzt war also die Zeit der Entscheidung da. Ich hatte gehofft, dass dieser Tag nie kommen würde. Ich flehte Marie, meine liebe Marie, an. "Du kannst doch nicht wegen deiner Rachegefühle sterben wollen. Komm bitte wieder her."
"Aber ich lebe für meine Rache. Dieser Gedanke ist das einzige wofür es sich noch zu leben lohnt. Sie haben meine Familie getötet und du hast es mir geschworen." Ich merkte, dass ich sie nicht davon abbringen konnte. Ich blickte auf den Boden und entschied mich für Marie. "Gut. Ich gehe." Ich drehte mich ohne ein weiteres Wort um und ging langsam weiter. Marie setze sich auf einen Stein und lächelte ein bisschen. Keiner konnte erahnen, was sie von mir verlangten. Ich sollte meine besten Freunde töten. Aber ich ging. Als ich in die Höhle eintrat waren Pagg, Ohm und Rol im großen Saal. Pagg kam sofort auf mich zu und begrüßte mich. Ich streckte ihm diesmal wieder meine Hand zur Begrüßung hin. Zum letzten Mal wollte ich ihn richtig begrüßen. Er lächelte und erwiderte den Handschlag. Diesmal drückte er nicht ganz so stark zu. Trotzdem spürte ich seine überwältigende Kraft. Er war der stärkste Gegner. Ihn musste ich zuerst töten. Ihn töten! Mir kam es immer noch falsch vor, solch ein stolzes und ehrenhaftes Wesen einfach zu töten. Aber ich musste an Marie denken. Damit es mir leichter fiel, versuchte ich mich zu erinnern, wie sie viele Menschen töteten. Ich erinnerte mich an den Angriff auf die Burg mit all den Bergen von Menschenleichen. Und an den Kampf mit den Rittern auf dem Bauernhof, wie sie einfach die Menschen in ein brennendes Haus warfen, wo sie qualvoll verbrannten. Dann erinnerte ich mich an die Exekution des Fürsten, als sie ihm das schlagende Herz aus der Brust rissen und an viele andere grausame Taten, die sie vollbrachten. Es half aber nichts. Alle diese Taten waren dazu bestimmt, Gutes zu tun und anderen zu helfen. Pagg und ich gingen zum Tisch. Er ging links von mir und legte den Arm um mich. Diese freundschaftliche Geste machte es mir nicht gerade einfacher. Wir gingen bis zum Tisch an dessen anderem Ende Ohm saß. Pagg und ich kamen am Tisch an. Rechts neben mir saß Rol. Er nickte mir freundlich zu, während er aß. Ohm sah vom Essen auf und sagte: "Hallo Menschlein. Wie geht es dem Freund und Helfer unseres Klans." Er begrüßte mich jedes Mal so. Wahrscheinlich um mir zu zeigen, dass ich ein hohes Ansehen im Klan und bei ihm hatte. Ich glaube er drückt so seine Zuneigung zu mir aus, ohne es direkt zu sagen. Es war doch schwieriger als ich dachte aber es musste sein. Innerhalb von Sekundenbruchteilen zog ich mein Schwert und hieb nach links oben. Mit einem Schlag enthauptete ich Pagg. Sein Kopf viel nach vorne über. Dann im gleichen Zug hieb ich nach rechts, wo Rol saß. Er schaffte es noch seine Hände zur Abwehr nach oben zu reißen aber es half ihm nicht viel. Ich durchtrennte seine Beiden Unterarme und schlug in seinen Hals. Der schlag hatte zwar durch die Arme nicht mehr die Kraft ihn zu Köpfen aber ich durchtrennte seine Kehle und die Halsschlagadern. Stark blutend viel er nach hinten. Jetzt hörte ich Paggs Kopf mit einem lauten Platschen auf dem Boden aufschlagen. Alles lief wie in Zeitlupe. Seine rechte Hand, die noch immer auf meiner Schulter lag, verkrampfte sich kurz. Ich spurte einen stechenden Schmerz, als seine Krallen sich leicht in mein Fleisch gruben. Kurze Zeit später ließ der Druck nach und er viel nach hinten über. Seine Hand löste sich von meiner Schulter. Es war bestimmt das letzte Mal, dass ich solch eine freundschaftliche Geste erfuhr. Dann sprang Ohm auf und riss dabei den Tisch um. "Was soll das, Verräter?", schrie er mich an. "Es tut mir leid.", antwortete ich mit einem traurigen Kopfschütteln. Er schrie: "Das wird es!", und stürmte auf mich zu. Soviel Schnelligkeit hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Ich sprang zur Seite aber er erwischte mich noch an meiner Hüfte. Drei lange Schrammen wurden durch meine Haut gerissen. Es tat weh aber es war nicht sehr tief. Wieder sprang er auf mich zu und wieder wich ich ihm aus. Ich hatte noch großes Glück, weil im gleichen Moment Lori aus der Küche gerannt kam. Er hatte gerade das Fleischerbeil geworfen, was mich nur knapp verfehlte. Jetzt wurde es kritisch, denn ich musste mit zwei Gargoyles gleichzeitig kämpfen. Die nächsten Minuten versuchte ich es mit Ausweichen. Ich hoffte irgendein Fehler im Angriff meiner Gegner zu entdecken, den ich nutzen konnte. Aber ich fand keinen. Beide umkreisten mich und sprangen dann auf mich zu. Ich konnte den Attacken zwar meistens ausweichen aber langsam wurde ich müde. Während des Kampfes sah ich Sakra aus den hinteren Räumen kommen. Ich hatte schon Angst, dass er mich auch angreifen würde. Aber er stand nur reglos da, schaute auf das Blut überall und schüttelte nur mit dem Kopf. Irgendwie stand er unter Schock. Am ganzen Körper zierten Schrammen meinen Körper. Ich musste mir etwas einfallen lassen. So konnte es nicht weitergehen. Dann hatte ich eine Idee. Ich ließ mich erschöpft an einer Wand niedersinken und tat so als wenn ich nicht mehr konnte. Ohm kam auf mich zu, packte mich am Hals und hob mich hoch. Er presste mich an die Wand und knurrte mich gefährlich an. "Warum hast du das getan? Warum? Wir haben dir vertraut." Mein Glück war, dass er Antworten von mir haben wollte und mich nicht sofort tötete. Genauso hatte ich es geplant. Denn aufgrund seiner Wut hatte er übersehen, dass ich immer noch mein Schwert in der Hand hielt. Ich sagte nur noch: "Es tut mir wirklich leid. Es ging nicht anders." Dann zog ich mit meinem Schwert einmal nach oben durch ihn hindurch. Seine Innereien rannen über meine Beine und Stiefel. Die Augen wurden immer größer und ich hörte noch ein leises Knurren, bevor er erlahmte. Lori starrte mich ungläubig an und ging wieder zum Angriff über. Sarka stand immer noch regungslos da und besah sich das Schlachtfeld. Gegen Lori hatte ich eine bessere Chance. Ich wich zwar meistens immer noch aus aber er war nicht so erfahren wie Ohm. Langsam gewann ich die Oberhand im Kampf und fügte ihm auch einige Wunden zu. Nach einigen Minuten traf ich ihn wieder mal an der Hand und er wendete sich kurz von mir ab um zurückzuweichen. Diese Gelegenheit nutzte ich und setzte ihm nach. Ich war etwas schneller und erstach ihn von hinten. Er riss die Arme in die Luft und fiel mit einem Fluch über alle Menschen tot nach vorne über. Ich atmete dreimal tief durch und richtete mich dann auf. Überall am Körper hatte ich Schrammen aus denen Blut quoll. Ich sah mich um und betrachtete mein grausames Werk. Die seelischen Schmerzen waren um ein weiteres größer als die körperlichen. Aber meine Aufgabe war noch nicht erledigt. Ich ging auf Sakra zu, der mich erst gar nicht bemerkte. Tränen trübten seine Augen und er schüttelte immer noch mit dem Kopf. "Es tut mir leid mein guter Freund.", sagte ich den Tränen auch schon nahe. Dann blickte er mich mit einem traurigen Blick an, der nur Unverständnis ausdrückte. Er schien gar nicht zu verstehen, was hier passierte. Er hob fragend die Hände. "Ich verstehe das nicht." Ich köpfte ihn um ihn von seiner Qual zu erlösen. Jetzt rann mir auch eine einzelne Träne über die Wange. Ich durchstöberte die einzelnen Zimmer im hinteren Bereich der Höhle. Vor dem letzten Zimmer hielt ich an. Jetzt kam die letzte und vielleicht auch schwerste Aufgabe.
Ich musste Rass und ihren Sohn töten. Ich klopfte an und wartete. Sie öffnete mir die Tür und blickte mich erstaunt an. "Wie siehst du den aus? Was ist passiert?" Sie hatte gar nichts vom Kampf mitbekommen. Ich wollte es schnell machen und stach ihr mit meinem blutigen Schwert mitten ins Herz. Den Ausdruck in ihrem Gesicht werde ich nie vergessen. Es war soviel Entsetzen und Unglauben in ihren wunderschönen großen Augen. Ihr makelloses, längliches Gesicht war zu einer verzerrten Fratze verzogen. Mit einem flehenden Ausdruck, sackte auch sie tot zusammen. Die letzten Gedanken waren bei ihrem Sohn. Jetzt konnte ich die Trauer nicht mehr zurückhalten. Ich setzte mich neben das Kinderbett und heulte lauthals los. Was hatte ich nur getan? Ich habe meine Hände mit dem Blut meiner Freunde, meine einzigen Freunde, beschmutzt. Ich war ein Brudermörder. Ich hatte ihr Vertrauen gebrochen und sie schändlich hintergangen. Ich konnte Rigg nicht töten. Er war noch so klein, dass er gar nicht wusste, was geschah. Er lachte mich mit seinem Kinderlachen an und reckte seine Arme zu mir empor. Er wollte von mir auf dem Arm genommen werden. Es war schwierig ihn zu töten aber ich musste es tun. Wenn ich es nicht tat, machten es die Dorfbewohner. Und sie würden ihn foltern oder verbrennen. Das letzte Geschenk von mir an ihn war ein schneller schmerzloser Tot. Ich hob mein Schwert und jagte es ihm mitten durch den Kopf. Er war auf der Stelle tot. Sogar sein Lächeln war noch auf seinem toten Mund zu sehen. Es grinste mich immer noch an und ließ mich noch schlechter fühlen.
Ich ging langsam Richtung Ausgang und zurück zu den Dorfbewohnern. Als sie mich sahen verstummte ihr Gemurmel vollständig. Alle sahen mich fragend an. Ich Sagte nur. "Es ist vollbracht. Alle Monster sind tot." Dabei war ich das Monster. Alle fingen an zu jubeln und liefen an mir vorbei in die Höhle. Pure Neugier und Blutrausch trieben sie an. Ich ging zu Marie und fragte: "Zufrieden?" Das dumme war, dass ich sie ewig lieben aber auch ewig hassen würde, weil sie mich zu dieser Tat gezwungen hatte. Wir gingen nebeneinander zurück zum Dorf. Ich wusch mich ausgiebig und verbrannte die Sachen. Dann legte ich mich ins Bett und fing lautlos an zu weinen. Marie lag mir abgewannt aber ich konnte am Atem hören, dass sich auch nicht schlief. Die ganze Nacht wiederholte ich den Kampf in Gedanken immer und immer wieder. Ich sah alle Gesichter vor mir, wie sie im Augenblick des Todes aussahen. Am nächsten Tag packte Marie ihre Sachen. Sie verließ mich. Jetzt begriff ich den Ausdruck ‚Ich lebe für die Rache’ erst richtig. Sie hatte mich benutzt um ihre Rache zu vollenden. Ich ließ sie ohne ein Wort gehen. Ich hörte nie wieder etwas von ihr. Vielleicht war es besser so, denn ihre Anwesenheit erinnerte mich immer an meinen Verrat den Gargoyles gegenüber. Die Dorfbewohner feierten mich noch eine kurze Zeit. Aber dann ließ das auch nach. Ich war dann wieder der Fremde. Aber mir war es ganz recht so, in Ruhe gelassen zu werden. Sie mochten mich ja auch nur, weil ich ein Mörder war. Jedes Jahr, zum Jahrestag meiner grausamen Tat, schickte mir der Neue Fürst einen Obstkorb, den ich aber sofort wegschmiss. Für ihn war ich ein Held, weil ich in seinem Land Gargoyles getötet hatte. Für mich war es unerträglich jedes Jahr aufs Neue an diesen Tag erinnert zu werden. Manchmal dachte ich darüber nach den Hof einfach abzubrennen und wieder auf Wanderschaft zu gehen. Mal sehen, vielleicht morgen.