德语故事:Gargoyle(5)

发布时间:2022-11-10 14:48:36

Langsam erhob ich mich. Ich hatte zwar Schmerzen aber ich konnte sie ertragen. Dann besah ich mir als erstes den versteinerten Körber von Rass. Er sah majestätisch aus. Ein Bildhauer, der solch eine Statur erschaffen könnte, wäre im ganzen Reich berühmt. Aber wahrscheinlich würde es niemand hinkriegen. Ich verließ den Raum durch die offene Tür. Vor mir war ein langer Gang in den Fels gehauen. Einige Fackeln erleuchteten den langen Flur. Das Zimmer, aus dem ich kam war fast am Ende de Flures. Ich ging los und sah in jedes Zimmer. Teilweise standen die Türen offen. Die meisten Zimmer sahen so aus wie das Zimmer, in dem ich aufgewacht bin. Ein Felllager, vielleicht noch ein Tisch mit zwei Stühlen. Alles war sehr spartanisch eingerichtet. In einigen Zimmern waren auch versteinerte Gargoyles. Sie alle sahen auf der einen Seite erschreckend und auf der anderen Seite wunderbar aus. Am Ende des Flures kam ich in einen großen Saal. Ich sah mehrere Tische und Stühle. Auf den Tischen standen alte Kerzenleuchter. An der gegenüberliegenden Seite war eine große Tür. Ich ging auf sie zu und wollte sie aufmachen. Sie war abgeschlossen. Es war eine riesige Tür. Sie war aus ganzen Baumstämmen gefertigt worden und mit Eisenplatten beschlagen. So leicht würde ich hier nicht rauskommen. Es war aber der einzige Ausgang. Ich musste mich nach einer Waffe oder dem Schlüssel umsehen. Ich drehte mich um und überlegte, wo ich langgehen sollte. Gegenüber war der lange Gang zu den einzelnen Zimmern. Links und rechts waren jeweils noch ein Durchgang zu einer anderen Höhle. Zuerst ging ich nach links. Ich kam in einen Raum, der so etwas wie eine Küche war. An der gegenüberliegenden Wand war ein riesiger Kamin. Die Asche qualmte sogar noch ein bisschen. Die rechte Seite der Küche war voll gestellt mit Blechgeschirr und Tonkrügen. Ich sah auch Kisten mit Rüben und Salat, was mich sehr überraschte. Bis jetzt dachte ich immer Gargoyles wären reine Fleischfresser. Aber anscheinend sind sie genau so Allesfresser wie wir Menschen. Auf der linken Seite war ein großer hölzerner Schlachtklotz. Neben ihm lagen noch Knochen und Felle von Schafen, Wild und Schweinen. Auf dem Klotz lagen zwei Messer und ein Schlachterbeil. Ich nahm das Beil an mich. Zur Sicherheit, man wusste ja nie. Dann ging ich wieder. Hier gab es nichts weiter zu sehen. Ich ging durch den Saal und kam in eine Kammer, die voll war mit versteinerten Gargoyles, unter ihnen auch Pagg, Ohm und Sarka. An den Wänden hingen überall die verschiedensten Geräte und Waffen. Hier musste ich mich etwas genauer umsehen. Langsam betrat ich den Raum. Vor Ohm hatte ich sogar in der versteinerten Form noch Angst. Er sah aus, als würde er mich jeden Augenblick anspringen. Im Gegensatz dazu Pagg. Er stand in der Mitte des Raumes breitbeinig da. Seine mächtigen Schwingen und seine kräftigen Arme ausgebreitet. Er blickte nach oben, als wollte er in die Sonne schauen oder zu seinem Gott beten. Ich ging ein paar Mal um ihn herum. Man sah auch jetzt, in der versteinerten Form, jeden einzelnen seiner mächtigen Muskelpakete. Solch ein edles und schönes Wesen, konnte nicht aus dem Schlund der Hölle kommen, es musste auch ein Geschöpf Gottes sein. Ich zählte neun Gargoyles in diesem Raum. Mit den fünf anderen, die ich in den Zimmern gesehen hatte musste der Klan aus vierzehn Gargoyles bestehen, was ein großer Klan war. Die meisten bestanden nur aus sechs bis maximal zehn Gargoyles. Wenn ich sie jetzt alle töten würde, wäre ich ein Held in meiner Welt. Ich bin schließlich ein Gargoylejäger. Man würde mich mit offenen Armen empfangen. Na gut nicht bei dem Fürsten, den ich verraten habe. Vielleicht würde ich sogar vom König persönlich honoriert werden. Einige Minuten lang überlegte ich hin und her aber letztendlich kam ich zu dem Schluss, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen nicht brechen wollte. Ich sah mir daraufhin die Werkzeuge und Waffen an den Wänden genauer an. Die meisten Waffen waren alt und rostig. Sie waren schon lange nicht mehr benutzt worden. Größtenteils waren es einfache Kurzschwerter und Krummsäbel. In einer Ecke sah ich ein paar Speere vor sich hinmodern. Zwischen ihren Speerspitzen hingen schon Spinnenweben. Alles nichts Besonderen. Die Werkzeuge sahen auch alt aus. Aber man sah ihn an, dass sie öfter benutzt wurden. Einige waren zum gerben von Fell, zum nähen von Kleidung und zum fangen und verarbeiten von Tieren und Fischen geeignet. Einigen Geräten konnte ich keine Aufgabe zuschreiben. In diesem Raum lag auch mein Langschwert. Ich nahm es an mich und freute mich, nicht mehr so ungeschützt zu sein. Obwohl ich wusste, dass mir hier nichts geschah, fühlte ich mich mit meinem Schwert doch wohler. Ich schaute mich noch ein bisschen länger um und fand schließlich einen großen Schlüssel. Ich nahm ihn an mich und probierte, ob er zur Eingangstür passte. Ich steckte ihn in das Schloss und drehte ihn. Tief im Inneren der Tür hörte ich ein leises Knacken. Ich zog an der Tür. Obwohl sie offen war, bewegte sie sich kein Stück. Ich ging zurück in die Waffenkammer und holte mir den Speer, der noch am besten aussah. Dann versuchte ich die Tür mit diesem Hebel zu öffnen. Sie bewegte sich auch ein bisschen bevor der Speer zerbrach. Jetzt erst wurde mir bewusst, wie stark die Gargoyles waren. Kein Mensch konnte jemals diese Tür ohne gute Hilfsmittel öffnen. Hier kam ich so leicht nicht raus. Den Schlüssel hing ich wieder an seinen Platz und beseitigte die Reste des Speers. Ich lief noch etwas rum und sah mir alles genau an. Dann setzte ich mich in den Saal und dachte nach. Ich bin oder war ein Gargoylejäger. Jetzt habe ich einige von meinen Feinden als Freunde gewonnen. Eigentlich eine gute Sache. Aber was sollte aus meinem Leben werden. Ich konnte einfach nicht weiterjagen. Aber etwas anderes hatte ich nie gelernt. Ich hatte mir auch keine Familie aufgebaut und gute Freunde hatte ich auch keine. Als Einzelgänger ist es schwer, gute wirklich gute Freunde zu finden. Die einzigen Menschen, die mich gut empfangen haben, waren Bore und Marie. Ich dachte über Marie nach und fing an zu träumen. Während ich so träumte, muss ich eingeschlafen sein. Ich wurde geweckt durch ein lautes Brüllen. Ich schreckte von meinem Tisch hoch und fiel fast über meinen umstürzenden Stuhl. Zuerst wusste ich nicht genau wo ich war. Das Brüllen wurde immer lauter. Ich zog mein Schwert und begab mich in Kampfstellung. Dann sah ich mich um und beruhigte mich etwas. Das Brüllen kam durch die Gargoyles, deren Gast ich war. Die Sonne musste gerade untergegangen sei, so das alle Gargoyles aus ihrem Schlaf erwachten. Ich hatte so etwas noch nie miterlebt und stand wie angewurzelt da. Das Brüllen verstummte und alle begrüßten sich untereinander. Sie kamen alle in die große Halle. Als sie mich sahen, mit meinem gezogenen Schwert, verstummten sie alle. Ohm kam einen Schritt auf mich zu und bellte mich an: "Steck das Schwert weg, Menschlein, oder ich werde dich töten!" Ich verstaute mein Schwert wieder und sah ihm in die Augen. Aber lange hielt ich das nicht durch. Nach einer kurzen Zeit, die mir viel länger vorkam, sah ich betroffen auf den Boden. Pagg grinste mich an und sagte zu Ohm: "Lass ihn. Er hat sich als vertrauenswürdig erwiesen." Sie schlossen die Tür auf und öffneten sie dann zu dritt. Ich ging mit den anderen hinaus. Am Horizont war noch der Schimmer der untergegangenen Sonne zu sehen. Von hier oben schimmerte es noch roter, als sonst. Der Höhleneingang war kurz unter der Spitze eines Berges gehauen. Dieser Berg musste sich im Karumgebirge befinden. Ich war gar nicht soweit von Marie entfernt. Ich konnte das Dorf in dem sie und Bore wohnen sehen. Und auch die Burg des Fürsten war zu sehen. Pagg stellte sich neben mir und sah mit mir einige Minuten in die Ferne. Der Mond war noch nicht zu sehen aber ich sah so viele Sterne, wie noch nie. Keine einzige Wolke war an Himmel zu sehen. Ich kann mich nicht erinnern, mich dem Himmel jemals so nah gefühlt zu haben. Es war großartig hier.Plötzlich wendete sich Pagg an mich und sprach mit leiser Stimme: "Ich wusste, dass du ein Ehrenmann bist. Alle deine Sünden sollen dir vergeben sein. Keiner hier wird dich wegen deiner Taten in der Vergangenheit anklagen." Über soviel Großmut und Ehrgefühl war ich sehr gerührt. Stolz schwellte meine Brust an und Dankbarkeit ließ mich fast eine Träne vergießen. Ich freute mich und dankte ihm aus vollem Herzen. Wir reichten uns die Hände und blickten uns fest in die Augen. Lange hielt ich dem festen Händedruck nicht stand. Einige Sekunden später zog ich meine Hand zurück und verschränkte meine Hände hinter dem Rücken. Mit der linken Hand musste ich die rechte massieren. Sie tat höllisch weh. Ich muss mir merken einem Gargoyle so schnell keine Hand mehr zu reichen. Trotzdem war ich glücklich. Sie luden mich ein mit ihnen zu essen. Ich nahm dankend an. Irgendwie ist es schon komisch als einziger Mensch zwischen vierzehn Gargoyles zu sitzen. Aber sie aßen gut und tranken etwas Wein. Nachher sangen sie mir sogar noch etwas vor. Es war schrecklich. Selbst Katzen, die man ertränken wollte, hörten sich besser an. Aber ich ließ mir nichts anmerken und versuchte mitzumachen. Nach dem Essen, es musste so gegen Mitternacht sein, fragte mich Pagg, was ich machen wollte. Ich dachte kurz nach und teilte ihm meine Entscheidung, die eigentlich schon lange feststand, mit. Ich wollte zu Marie. Nur bei ihr habe ich mich in der letzten Zeit wohl gefühlt. Pagg wollte mich sofort ins Dorf fliegen aber ich wollte mich erst noch verabschieden. Ich ging wieder hinein und suchte Rass. Sie stand im Eingang zur Küche. Ich ging auf sie zu und hielt ihr meine Hand zum Abschied entgegen. Hoffentlich hatte sie nicht so einen festen Händedruck wie Pagg. Aber sie legte nur den Kopf etwas schräg. Ihre Lippen fingen an zu zucken, als wollte sie gleich anfangen zu weinen. Sie schob meine Hand zur Seite und umarmte mich. Es war schon irgendwie beängstigen, von einer Frau, die einen Kopf größer war als ich und lange Klauen hatte, umarmt zu werden. Aber ich spürte ihre Wärme und ihre Dankbarkeit. Ich schloss die Augen und gab mich ihrer Umarmung hin. Als sie mich losließ, standen ihr Tränen in den Augen. Sie sagte zum Abschied: "Danke. Ich werde immer in deiner Schuld stehen." Ich nickte ihr zu und drehte mich um. Als ich gehen wollte stand Ohm auf und kam auf mich zu. Ich merkte, dass es ihm unangenehm war als er sprach. "Danke, Freund der Gargoyles." Er legte mir die Hand auf meine Schulter und sah mich an. Ich war erstaunt so etwas von ihm zu hören. Ich antwortete ihm mit fester Stimme. "Danke, Ich werde euch nie enttäuschen." Dann ging ich zum Ausgang, wo Pagg schon wartete. "Bereit?" fragte er. Ich nickte ihm zu. Daraufhin packte er mich von hinten unter die Arme und sprang. Ich schrie vor Angst auf. Wir fielen einige Meter bevor er seine Schwingen öffnete. Ein Ruck ging durch meinen Körper und wir segelten von dannen. Langsam gefiel es mir über die Landschaft zu gleiten. Die Bäume sahen aus wie kleine Sträucher und die Straßen wie kleine Striche auf einem Blatt Papier. Der Mond tauchte alles in ein zauberhaftes Licht. Manchmal sah ich ihn auf der Erde funkeln, wenn er sich in einem See oder Bach widerspiegelte. Ich genoss die Luft, die hier oben noch frischer war als auf der Erde. Es muss ein schönes Gefühl sein so gleiten zu können wie die Gargoyles. Kurz vor dem Dorf setzte er mich auf einem Feldweg ab. Obwohl es schön war zu fliegen, war ich trotzdem froh wieder auf festem Boden zu stehen. Er verabschiedete sich kurz mit den Worten: "Vielleicht sehen wir uns mal wieder. Es würde mich freuen." Ich sagte: "Mich auch." Daraufhin drehte er sich um und lief in die Nacht. Ich konnte noch sehen, wie er abhob, dann war er in der Dunkelheit verschwunden. Ich stand noch einige Zeit in der Dunkelheit da und betrachtete die Sterne. Soviel hatte sich in meinem Leben geändert. Ich war jetzt ein Freund der Gargoyles und somit in unserer Gesellschaft geächtet. Außerdem hatte ich nie etwas anderes gelernt als zu Töten und zu jagen. Was sollte nun aus mir werden. Ich entschied meine Bekanntschaft mit den Gargoyles geheim zu halten. Nach einiger Zeit ging ich langsam auf das Dorf zu. Ich wollte kein Aufsehen erregen, also schlich ich mich hinter den Häusern entlang, bis ich vor Bores Haus stand. Es brannte kein Licht mehr und so entschied ich mich nicht zu klopfen. Ich ging in den Stall und legte mich erschöpft ins Stroh.
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