德语故事:Gargoyle(4)
发布时间:2022-11-05 13:28:05
Langsam stand er auf und kam auf mich zu. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Ich vergas das Geschrei, das mich umgab. Ich vergas den Fürsten und seine grausame Art. Ich sah nur noch den Gargoyle, der langsam auf mich zu schritt. Seine Haut schimmerte im Mondlicht. Sie sah aus, wie Granit. Darunter sah man, wie sich die Muskeln in Harmonie miteinander bewegten. Zwei Meter vor mir blieb er stehen und blickte, mit einem fragenden Blick, abwechseln auf mich und seine Artgenossin. Sie blickte ihn mit einem dankbaren Lächeln an und sagte nur noch: "Endlich." Daraufhin fiel sie wieder in Ohnmacht. Hatte höllische Angst, dass er mich dafür verantwortlich machen würde. Aber er beachtete mich gar nicht mehr. Er ging auf sie zu und nahm sie in seine starken Arme. Dann breitete er seine mächtigen Flügel aus und lief los. Nachdem er genügend Geschwindigkeit aufgenommen hatte, stieß er sich ab und glitt majestätisch davon. Ich sah ihm nach, bis seine Silhouette am Himmel verschwand. Ich war vollkommen in Gedanken verunken, als plötzlich reger Verkehr auf dem Hof aufkam. Alle möglichen Menschen kamen auf den Hof gerannt. Soldaten, die ihre Gegner verfluchten, Frauen, die nach ihren Männern riefen, heulende Kinder und Andere, die nur fassungslos den Kopf schüttelten. Jetzt erst wurde mir bewusst, dass ich in großer Gefahr schwebte. Ich galt als Verräter und der Fürst wollte bestimmt meinen Kopf. Was sollte ich machen? Sollte ich versuchen, mich herauszureden? Oder lieber abhauen? Ich entschied, dass es besser ist, das Schicksal nicht herauszufordern. Ich überlegte, wie ich wohl ab besten aus der Burg entkommen konnte, ohne dass es jemand bemerkte, als hinter mir die Tür aufgerissen wurde. In der Tür standen zwei grimmig aussehende Männer. Sie gehörten zu der persönlichen Leibwache des Fürsten. Sie stürmten sofort, mit lautem Gebrüll auf mich zu. Den ersten erlegte ich sofort. Der zweite war schon besser. Er kämpfte hart und verbissen. Nach ungefähr zwei, drei Minuten, schlug ich ihm die rechte Hand ab, mit der er sein Schwert führte. Er lief laut schreiend davon. Währenddessen hat der Fürst sein Fenster wieder aufgerissen und schrie hysterisch: "Tötet ihn, tötet den Bastard." Jetzt wurde es aber wirklich Zeit für mich, zu verschwinden. Ich lief los, was durch das rutschige Blut auf dem Hof gar nicht so einfach war. Ich hatte es schon fast bis zum Tor geschafft, als mich ein Pfeil im den rechten Oberarm traf. Durch die Wucht und den Schreck fiel ich der Nase lang auf den Boden. Ein zweiter Pfeil traf mich in meinen Hintern. Ich fing an zu jammern. Es tat höllisch weh. Ein schwarzroter Schleier legte sich langsam vor mein Auge. Als ich versuchte aufzustehen, hörte ich den Fürsten noch jubeln. Mein Körper wurde immer schwächer. Dann sah ich, kurz bevor ich in Ohnmacht viel, zwei riesige Pranken vor mir auf dem Boden aufsetzten. Adrenalin durchflutete meinen angeschlagenen Körper. Ich mobilisierte noch mal alle Kräfte, weil ich dachte der Gargoyle wollte mich töten. Mein Schwert war zu schwer, also griff ich ihn mit bloßen Händen an. Währe ich bei Verstand gewesen, hätte ich wissen müssen, dass das keinen Zweck gehabt hätte. Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich kam genau zwei kleine Schritte vorwärts, als er mich mit seiner riesigen Faust niederstreckte.
Als ich aufwachte, lag ich auf dem Boden auf einigen Fellen. Ich wurde umringt von einer Horde Gargoyles. Einige guckten grimmig, andere lächelten mich an. Ich wollte irgendetwas sagen aber ich konnte nicht. Meine Stimme, genauso wie mein Körper, wollten mir nicht gehorchen. Dann sah ich das Gesicht der Frau, die ich gerettet hatte. Sie lächelte mich an und sagte einfach nur "schlaf". Ich schlief sofort wieder ein, denn ich hatte nichts mehr zu befürchten. Sie wollten mich nicht töten, weil ich ein Gargoylejäger war, sondern sie hatten mich gerettet, weil ich ihnen geholfen hatte.Als ich wieder erwachte, hörte ich eine wilde Diskussion. Ich schlug die Augen auf und sah wieder die Gargoylefrau aus dem Kerker. Hinter ihr standen drei andere Gargoyles. Sie sagte in ruhigem Ton:"Er ist wach." Sofort verstummte die Diskussion zwischen den anderen dreien. Alle kamen zu meiner Lagerstätte und sahen mich grimmig an. Plötzlich wurde ich mir der Gefahr wieder bewusst, in der ich schwebte. Um mich herum standen vier Monster. Einer größer und mächtiger als der andere. Ich sah mich nach einer Waffe um, fand aber keine. Dann sprach das Weibchen plötzlich: "Hallo ich bin Rass." Sie war zwar etwas abgehungert, sah aber wieder viel besser aus. Ich freute mich für sie und hoffte es nicht zu bereuen, sie gerettet zu haben. Durch ihr warmes Lächeln fühlte ich mich wieder etwas besser. Dann stellte sie mir die anderen vor. "Das ist Pagg." Sie deutete auf den Gargoyle, der auf dem Hof so verzweifelt gekämpft hatte. Er stand mit verschränkten Armen vor mir und blickte auf mich herab. Aber er blickte nicht sehr böse. Es war eher Neugier und Abscheu in seinen Augen. Von seinen Wunden waren nur noch einige kleinen Narben übrig. Also musste ich mindestens einen Tag geschlafen haben, damit seine Wunden heilen konnten, während er zu Stein wurde. Auch jetzt stand er da, wie ein Stein. Er verzog keine Miene und deswegen begrüßte ich ihn nur mit einem Nicken. Rass zeigte mit ihrer Hand auf den Nächsten in der Runde. "Das ist Ohm." Ich nickte auch Ohm zu aber wieder bekam ich keine Reaktion. Dieser Gargoyle sah noch gefährlicher aus als Pagg. Er war zwar nicht so groß und muskulös wie Pagg, eher alt und dick, aber er sah mich aus hasserfüllten Augen an. Seine Pranken waren zur Faust geballt, so dass seine Knöchel weiß hervortraten. Er sah wie ein richtiger Krieger aus mit seiner mit Dornen besetzten Lederrüstung. Vor ihm hatte ich die meiste Angst. Rass fuhr fort und stellte mir den letzten in der Runde vor. Er hieß Sarka und er war der einzige, der mich anlächelte und mir zur Begrüßung zunickte. Nachdem ich allen vorgestellt wurde, trat ein betretendes Schweigen ein. Keiner sagte etwas. Alle starrten mich fragend an. Ich wusste nicht, was ich zu ihnen sagen sollte. Noch vor ein paar Tagen waren sie meine größten Feinde und jetzt saß ich vor ihnen und hoffte darauf, hier unversehrt raus zukommen. Ich wollte gerade etwas sagen, als Ohm anfing zu sprechen. Seine Stimme passte zu seinem alten bulligem Körper. Es war eher ein Kratzen oder Knurren als eine dynamische Stimme. Er sah mich immer noch mit kalten Augen an und sagte: " Wir müssen ihn töten." Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Daraufhin sah Rass ihn an und protestierte. "Wir können ihn nicht töten, er hat mich gerettet. Warum habt ihr ich nicht gleich dagelassen?" "Das frage ich mich auch. Er ist gefährlich für unseren Klan." Sie stritten sich die nächsten Minuten so weiter. Ab und zu warf Sarka etwas Beschwichtigendes ein. Ich verfolgte gespannt die Diskussion, schließlich ging es um mein Leben. Pagg hatte bis dahin noch gar nichts gesagt. Er schwieg und schaute mich immer noch an als könnte er etwas an meinen Augen oder meiner Mimik ablesen. Dann hob er plötzlich die Hand. Sofort verstummten alle. Er verschränkte die Arme wieder und fragte mich "Du bist Pan der Gargoylejäger. Kann ich dir vertrauen?" Ich überlegte kurz und antwortete wahrheitsgemäß mit "Ja." Daraufhin wendete er sich um und sagte beim gehen "Ich vertraue ihm. Bei Anbruch der Nacht werde ich ihn fortbringen." Ohm wollte protestieren und setzte zum sprechen an. Dann überlegte er es sich aber anders und senkte den Blick. Er schüttelte noch verzweifelt den Kopf und folgte dann Pagg, der schon aus dem Zimmer hinausgegangen war. Sarka nickte mir mit einem Lächeln zu und verließ dann auch das Zimmer. Rass sah mich an und sagte freudestrahlend: "Das Vertrauen, was wir dir entgegenbringen ist eine große Ehre. Bis jetzt waren wir noch nie so verwundbar gegenüber eines Menschen." Jetzt verstand ich endgültig. Es musste kurz vor der Morgendämmerung sein. Alle Gargoyles würden zu Stein erstarren. Sie waren hilflos gegen mich, wenn ich mich entschließen würde, sie alle zu töten. Ich konnte in aller Ruhe einen Steinhaufen nach dem anderen zertrümmern. Es ehrte mich und erfüllte mich mit Stolz, dass sie mich, einen Gargoylejäger, ihren größten Feind, in ihrer Mitte aufnahmen. Ich war noch ganz in Gedanken versunken, als Rass plötzlich schmerzvoll aufstöhnte. Sie fing an zu knurren und sich unförmig zu bewegen. Ich rutschte sicherheitshalber auf meinem Felllager zurück, bis ich an die Wand hinter mir stieß. Es war faszinierend und erschreckend zugleich. Sie führte sich auf als würde sie von innen her verbrennen. Dann faltete sie ihre mächtigen Schwingen auseinander und ging leicht in die Hocke. Sie grinste mir noch einmal zu und wurde von einem Augenblick zum anderen zu einer Steinstatur. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Wahrscheinlich hatten bis jetzt nur wenige Menschen dieses Schauspiel miterlebt. Ich versuchte aufzustehen aber ich schaffte es nicht ganz. Die Wunden der Pfeile schmerzten immer noch. Außerdem bekam ich einen Brummschädel. Ich setzte mich wieder auf mein Lager. Mindestens eine halbe Stunde muss ich so dagesessen haben. Dann trieb mich die Neugier hoch. Ich wollte mich ein bisschen umsehen.