德语故事:Gargoyle(3)
发布时间:2022-11-01 12:30:12
Nach einigen Tagen, ich hatte kaum noch Hunger und schon lange nicht mehr richtig geschlafen, geschah dann das Unfassbare. Wir waren gerade bei der allabendlichen Folter, als Alarm geschlagen wurde. Zuerst wusste ich gar nicht was los war, bis ich die Wörter ‚Gargoyle’ und ‚Angriff’ heraushörte. Ich war im Zwiespalt der Gefühle. Auf der einen Seite keimte Angst und mein Hass in mir auf. Andererseits war ich froh, dass die Tortur für das Weibchen auf die eine oder andere Art vorbei war. Der Fürst bekam plötzlich große Augen. Ich konnte Panik darin erkennen. Endlich war er mal nicht der Großkotz, der er sonst war. Er schrie mit schriller Stimme: "Pan, mir folgen. Ich brauche euren Schutz." Dann drehte er sich zu den Folterknechten um: "Ihr tötet sie!" Daraufhin lief er los. Ich habe einen kleinen dicken Mann noch nie so schnell rennen sehen. Dabei jammerte er immerzu und bellte den Soldaten auf seinem Weg irgendwelche Befehle zu. Was sollte ich tun? Den Fürsten weiter unterstützen? Oder auf mein Gewissen zu hören? Aus dem Augenwinkel sah ich, wie einer der Folterknechte eine Axt nahm und auf sein Opfer zuging. Sollte ich ihn aufhalten? Der Tot war eine Erlösung für sie. Dann rieb der andere sich die Hände und schrie: "Endlich, Du Bestie. Endlich können wir es dir zeigen." Das war zuviel des Guten. Wer war hier eigentlich die Bestie? Ich entschied mich, ihr zu helfen. Der eine Peiniger hob schon die mächtige Axt mit beiden Händen über den Kopf. Mit einer schnellen Bewegung war ich bei ihm und hatte mein Schwert gezückt. Ich schlug Ihm mit einem Schwertstreich die beiden Arme kurz über den Ellenbogen ab. Sofort sackte er zusammen und sah fassungslos auf seine Stummel. Dann sah ich den anderen an. Er fing an zu laufen und wollte um Hilfe schreien. Eine Horde Soldaten konnte ich hier gar nicht gebrauchen. Bis "Hi…" kam er noch, dann schlug ich ihm den Schädel von den Schultern. Er lief noch sechs oder sieben Schritte, dann brach der Körper mit einem Platschen zu Boden. Die Schlüssel für die Ketten hingen neben der Tür. Ich holte sie und schloss die alten Ketten auf. Das Gargoyleweibchen blickte mich mit ihren tiefen Augen dankbar an. Es war schon verrückt. Ein Garegoylejäger rettet einen Gargoyle. Ein Funkeln kam in ihre feuchten Augen zurück. Allein dieser Blick war Belohnung genug. Angespornt durch das Gefühl, eine gute Tat zu vollbringen, nahm ich sie über die Schulter und lief los. Sie war erstaunlich leicht. Obwohl sie bestimmt zwei Meter groß war wog sie nicht mehr als dreißig Kilo. Wahrscheinlich, weil sie in letzter Zeit nichts gegessen hat. Ich ging nicht zum Haupthaus, sondern direkt zum Hof hinaus.Ich trat aus der Tür und blieb sofort stehen. Das Geschehen war unglaublich. Es war das pure Chaos. Vor Schreck ließ ich das Weibchen fallen. An die zehn Gargoyles flogen über der Burg ihre Kreise. Dann stießen sie wie ein Falke auf einen abseits stehenden Soldaten, schnappten ihn, flogen wieder hoch und ließen ihn aus fünfzig Metern wieder fallen. Der Boden war voll von zerschmetterten Leichen. Der Innenhof war blutrot. An den Wänden lief das Blut runter, als wenn Tomatensuppe überkocht und am Topf hinab rinnt. Einige Gargoyles trugen ihre Artgenossen durch die Luft, wahrscheinlich ihre Verletzten. Alles wurde in gespenstiges Licht getaucht durch den Mond und durch viele Fackeln. Der Lichtkreis um die Fackeln tauchte das Blut in ein leuchtendes Rot. An den dunklen Stellen sah das Blut aus wie Pech. Das Flackern des Feuers ließ zuckende Schatten über die Leichen flattern, so dass es aussah, als lebten sie noch. Überall hörte man Kampfgeräusche und Geschrei. Im Hintergrund vernahm ich das Jammern von den Burgbewohnern, die sich irgendwo verkrochen haben und das herzzerreißende Gestöhne der Verletzten. Aber das Imposanteste passierte in der Hofmitte. Ein riesiger Gargoyle war umringt von ungefähr einem Dutzend Schwertkämpfern und Speerträgern. Er ragte drei Köpfe über die Soldaten hinaus. Seine Schultern waren so breit, wie die eines Pferdes. Er kämpfte wie ein Berserker. Jedes mal wenn er mit seinen Pranken, die so groß waren wie mein Unterarm, jemanden zu fassen bekam zerquetschte er seinen Kopf wie eine reife Tomate. Es war ein Massaker. Die kopflosen Leichen stapelten sich um ihn herum, so dass die Schwertkämpfer gar nicht mehr an ihn herankamen. Einzig und allein die Speerträger setzten ihm zu. Er blutete aus einer Vielzahl von Wunden, obwohl ich nicht sagen könnte, ob das Blut seines oder das Blut seiner Gegner war. Ich war gefesselt von soviel Mut, Eleganz und Kampfkraft. Plötzlich war ich nicht mehr sicher, ob ich das richtige tat. Sollte ich wirklich diesen Bestien helfen? Aber sie waren ja nur hier um ihre Angehörige zu befreien. Ich sah auf die Gargoylefrau neben mir, die gerade ohnmächtig war. Sie atmete ruhig mit einem kleinen Lächeln auf dem Gesicht Eigentlich sah sie sehr graziös und wunderschön aus. Und sofort wusste ich wieder warum ich es tat. Plötzlich hörte ich einen lauten Schrei über mir. Ich sah hoch und erkannte den Fürsten, der aus einem Fenster sah. Seine Lippen zuckten und er war kreidebleich. In seinen Augen blitzte der Wahnsinn. Jetzt musste ich grinsen. Endlich bekam dieses Scheusal, was es verdiente. Ich überlegte, ob ich reinstürmen sollte um ihn töten. Aber er war bestimmt zu gut bewacht und so überließ ich ihn seinem Schicksal. Aber er wollte keine Ruhe geben. Er müsste nur seine Soldaten zurückrufen und die Gargoyles würden mit ihrer Frau abziehen. Aber er zeigte mit dem Finger auf mich und schrie "Verräter, Verräter. Tötet ihn." Seine Stimme überschlug sich regelrecht. Sofort kamen zwei Soldaten schreiend auf mich zugestürmt. Sie hatten keine Chance gegen mich. Mit fünf Schwertstreichen lagen beide ohne Kopf vor mir. Sie kämpften wie Bauern. Höchstwahrscheinlich waren es auch Bauern, die für ihren Fürsten kämpfen und sterben mussten. Es war traurig, dass sie so einfach geopfert wurden. Aber es sah ihm ähnlich, dass das Leben seiner Untertanen ihm nichts bedeutete. Ich konnte nicht verstehen, wie man so mit Menschenleben umging. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als einen Meter vor mir ein Mensch aufschlug. Es war ein schreckliches Geräusch. seine Knochen zersplittern zu hören. Mir wurde langsam schlecht. Ich wollte nur noch von hier verschwinden. Ich sah wieder in die Mitte des Hofes. Der riesige Gargoyle hatte gerade seine Hand um den Hals eines Soldaten gelegt, der mit seinen Füßen einen halben Meter über dem Boden schwebte. Dann kippte sein Kopf so komisch nach hinten. Er hatte ihm das Genick gebrochen. Es war so schade um jedes Menschenleben, was für den Fürsten geopfert wurde. Die übrigen Soldaten flüchteten daraufhin, weil sie einsahen, dass sie keine Chance gegen ihren übermächtigen Gegner hatten. Als der Gargoyle mitbekam, dass er keine unmittelbaren Gegner mehr hatte, streckte er seine Hände gegen den Himmel. Er breitete seine Flügel aus mit einer Spannweite von mindestens vier Metern. Dann brüllte er, dass ich eine Gänsehaut bekam. Das Brüllen hörte sich an, als wenn ein Berg einstürzen würde. Er schrie seinen ganzen Weltschmerz hinaus, dass es einem durch Mark und Bein ging. Es war so absolut beängstigend, wie solch ein mächtiges Wesen auf einem Berg von Leichen stand und in die tiefe Nacht hinausbrüllte. Nachdem er verstummt war, war es überall ruhig. Ich vernahm nicht ein Geräusch. Alle Menschen waren vor Schreck einige Sekunden erstarrt. Durch das Brüllen wachte die Gargoylefrau neben mir wieder auf. Ich vernahm ein leises fiepen. Man sah, dass sie sich freute. Das Brüllen ging langsam in ein bedrohliches Knurren über. Als er dann verstummte, sackte er auf Grund seiner Verletzungen zusammen. Er stützte sich mit seinem rechten Arm auf den blutigen Leichen ab. Für einen kurzen Augenblick war er nicht mehr so mächtig, er sah fast bemitleidenswert aus. Er schüttelte langsam mit dem Kopf. Man sah ihm an, dass er es hasste zu töten aber alles tun würde, um sich und seine Freunde zu beschützen. Dann hob er langsam den Kopf und sah sich um. Unsere Blicke trafen sich. Er sah mir tief in die Augen und dann zu der Frau neben mir.