德语故事:Elfenlied(5)

发布时间:2019-01-31 06:02:26

"Ich bin hier, weil ich auf euch gewartet habe. Drei Jahre haben uns die Elfen hierhin und dorthin geführt und ließen uns nicht fort. Nicht dass sie uns gezwungen hätten, sie baten einfach, noch so lange bei ihnen zu bleiben, bis sie ihre neue Heimat fanden. Und immer noch warnten sie uns eindringlich davor, anderen Menschen Nachricht zu hinterlassen oder jemandem den Grund unserer Reise zu verraten. Erst vor über einem Monat konnten Elga und ich weg. Stellt euch vor, wir kamen nach Helwald einen Tag nachdem ihr aufgebrochen seid. Es war zum Verzweifeln. Leider konnte uns Delma nur sagen, dass ihr euch in den Süden aufgemacht hattet. Allein von Helwald führen zwei Straßen in diese Richtung. Es erschien mir zwecklos, euch nachzureisen. Aber ich musste euch finden und weil Delma von einem starken und klugen Helden, der mit euch reist, erzählte, bestand die kleine Hoffnung, dass ihr unsere Spur findet. So eilte ich auf dem schnellsten Weg hierher zurück. Seit drei Tagen bin ich wieder in Tanargá, und wenn sie die Tore am Morgen aufmachten, war ich dort und ging erst heim, wenn sie geschlossen wurden. So habe ich euch endlich gefunden und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich freue. Joni, deiner Mutter geht es gut, sie wartet bei Tante Delma."Orlan witterte aus dem Wenigen, was Massim bisher von sich gab, etwas, das nicht gut war. Darum fragte er: "Guter Mann, zuerst muss ich Euch sagen, dass an diesem glücklichen Zusammentreffen mehr der Zufall beteiligt war als meine Klugheit. Doch nun sagt an: Warum wartet Ihr hier, in der Stadt auf uns?" Wie weggeblasen war auf einmal der frohe Ausdruck auf Massims Gesicht. Seine Stimme war leiser geworden und wenn sich Joni nicht täuschte, zitterte sie jetzt: "Hört mir zu! Ich hab euch ja gesagt, dass wir die Elfen bis zu ihrer neuen Heimat begleiteten. Nun, sie haben sie gefunden." Dabei seufzte er tief und nahm den Becher, um einen Schluck zu trinken. Orlan, wirklich von rascher Auffassungsgabe, rief verwundert: "Heißt das am Ende, sie sind HIER, in der Stadt?" Winburg und Joni schrieen vor Schreck auf und blickten zu Massim, damit dieser den grausigen Verdacht entkräftige. Aber der nickte nur mit dem Kopf, nahm noch einen Schluck, ehe er weitersprach: "Ja. Ihr habt Tanargá noch nicht gesehen, außer du, Winburg vielleicht, aber die Stadt ist riesig und sehr weitläufig. Es gibt nahe am Fluss einen großen Park. Und mit groß meine ich wirklich groß. In dem Park, Joni, hätte unser ganzes Dorf Platz gefunden. Alte Bäume stehen dort, aber vor allem, alles ist Wiese und es wachsen die mannigfaltigsten Blumen in großer Zahl. Dort haben sich die Elfen niedergelassen und waren durch nichts zu bewegen, weiterzuwandern. Damals wusste ich noch nichts von ihrem schrecklichen Geheimnis - erst deine Frau, Winburg, öffnete mir die Augen - und dachte nur, sie wären hier, unter so vielen Menschen, in Gefahr. Aber sie beharrten darauf, zu bleiben. Ihr wisst es ja, was das bedeutet?" Der Ritter war es, der sprach. Ganz leise, aber sehr hart klang seine Stimme: "Ja, wir wissen es. Das bedeutet, dass es hier in drei Jahrhunderten ein entsetzliches Blutbad geben wird." Stille. Ein dicker Falter fiel in die Flamme und verbrannte zischend. Stille. Von unten hörte man ein schweres Fuhrwerk vorbeifahren. Jemand rief einen Namen, eine Tür im Haus fiel krachend zu, worauf in der Nachbarschaft ein Hund zu kläffen anfing. Bald ein zweiter und nach einigen Minuten schien das Viertel nur aus wütenden Hunden zu bestehen. Stille. Bis auf das schwere Atmen der vier Männer im Raum. Nur langsam tauchten Jonis Gedanken, die in einen Abgrund gefallen zu sein schienen, wieder in der richtigen Welt auf. Er blickte um sich und direkt in Orlans graue Augen. "Wir müssen was tun!", Hauchte er, und der Ritter nickte. Wieder ein schwerer Wagen auf der Straße. Man hörte die Fuhrleute schimpfen, wenn sie den Weg durch Passanten verstellt fanden. Massim erhob sich und schaute durch das offene Fenster auf die nächtliche Straße."Was ist heute nur los, ich habe den Verdacht, die Tore sind wieder offen. Denn, schaut nur, die vielen Wagen müssen von draußen kommen!"." Sie erhoben sich und traten an sein Fenster. Was ging da vor? Man sah eine lange Reihe von großen Wagen, gezogen von Pferden oder Ochsen. Daneben schritten Männer mit Dingen in den Händen, die in der Dunkelheit nicht genau zu erkennen waren. Nur Joni war sitzen geblieben. Er dachte nach. Etwas zumindest konnte er tun. Gleich morgen früh würde er sich von seinem Vater den Park zeigen lassen. Vielleicht hörten die Elfen auf ihn, ihren alten Freund, und zogen doch noch weiter? "Kommt ihr", hörte er Winburg rufen, "unten in der Gaststube ist ein Tisch freigeworden. Wir sollten alle etwas essen!" Joni hatte gar nicht mitbekommen, wie sein Onkel den Raum verließ. Sie standen auf und gingen die knarrenden, engen Stufen hinab. Die Gaststube war halb leer und der Wirt führte sie an einen Tisch neben dem Hintereingang. Am Nebentisch saßen drei Männer, deren Uniformen sie als Mitglieder der Stadtwache auswiesen. Beim Hinsetzen bekam Joni mit, dass über sie getuschelt wurde. Auf einmal drehte sich einer der drei Männer zu ihnen und sagte: "Entschuldigt, meine Herren, aber darf ich einen Moment stören?" Sie nickten nur und warteten auf den Wirt, damit er ihre Bestellung aufnahm. Der Wächter fuhr fort: "Wir haben Euch vorher am Tor gesehen, erinnert Ihr Euch? Meine Kameraden und ich fragen uns, Ritter Orlan, ob Ihr heuer wieder am Turnier teilnehmen wollt. Ist es so?" Orlan schaute ein wenig verdutzt drein, als er sagte: "Nein, das Turnier muss ja in den nächsten Tagen stattfinden, oder? Ich würde den weiten Weg bis zum Drachenstein gar nicht mehr in der kurzen Zeit schaffen." Jetzt waren die Wachen an der Reihe, verdutzt zu sein. Ein zweiter, der bisher nur zugehört hatte, mischte sich ein: "Dann wisst Ihr es am Ende noch gar nicht. Ritter Orlan, Ihr könnt am Turnier teilnehmen, wenn Ihr möchtet." "Wie, ich könnte am Turnier teilnehmen?", fiel ihm der Ritter ins Wort. "Aber ja, Ihr habt es in der Tat noch nicht gehört. Das große Turnier findet heuer ausnahmsweise hier, in Tanargá statt. Der Kampfplatz am Drachenstein ist durch einen Erdrutsch verschüttet worden. Das dauert lange, bis man den Platz wieder freikriegt. Und weil der Sieger des Vorjahres aus unserer Stadt kommt, hat der König angeordnet, das Turnier hier abzuhalten." Sie staunten über diese Auskunft. Orlan schien wirklich seine Teilnahme an den Kampfspielen in Erwägung zu ziehen, denn er fragte: "Wo soll das Turnier denn stattfinden?" Die Antwort hätte Joni laut aufschreien lassen, hätte ihm nicht Orlan geistesgegenwärtig die Hand auf den Unterarm gelegt und fest zugedrückt: "Habt Ihr den großen Park mitten in der Stadt schon gesehen? Heute nacht kommen die Bauern aus der Umgebung, um die Wiese zu mähen. Morgen wird der ganze Platz planiert. Einen besseren Ort für ein Turnier werdet Ihr kaum finden, Herr Orlan." "Hat es den Herren nicht geschmeckt?", fragte der Wirt, als er ihre halbvollen Teller wegräumte. "Doch, doch, guter Mann. Wir sind nur so müde von der langen Reise, dass wir nicht mehr essen können.", beeilte sich Winburg zu versichern, und ein sehr großzügiges Trinkgeld versöhnte den Mann wieder. Sie hatten es eilig, auf Massims Zimmer zu kommen. Joni schoss immer nur ein Wort durch den Kopf - PLANIERT. Das Mähen der Wiese machte den Blumenelfen nicht viel aus, sie zogen sich in ihr unterirdisches Versteck zurück, bis die Blumen wieder blühten. Aber wenn man den Platz feststampfte, dann war ihr Schicksal besiegelt. "Ich muss hin!", rief er, als sie alleine waren. Der Ritter sagte, und unglaubliche Härte hörte man in seinen Worten: "Du bleibst hier, ich will nicht, dass du was tust, was wir später alle bedauern! Ich werde gehen. Herr Massim, Ihr kennt den Weg?" Jonis Vater nickte."Dann führt mich bitte hin. ihr anderen verlasst diese Herberge nicht, bis wir zurück sind!" Orlan und Massim verließen den Raum. Die Kerze brannte und von unten vernahm man die typischen Geräusche der Nacht in einer großen Stadt. Winburg war aufgestanden und schaute stumm aus dem Fenster. Joni wäre am liebsten aus dem selbigen hinab auf die Straße gesprungen, so viel Unruhe war in ihm. Warum nur hatte ihn der Ritter nicht gehen lassen? Orlan und Jonis Vater kamen schneller zurück, als der Junge und Winburg dachten. "Keine Chance!", rief der Ritter, "Die Gegend um den Park ist weiträumig abgesperrt. Überall sind Wachen, welche die Schaulustigen in Schach halten. Tut mir leid, Joni, aber du kannst heute nicht hin. Angeblich ist ohnehin schon alles gemäht, wie mir einer sagte, der es wissen muss. Es war ein Bauer, der mit einer großen Fuhre Gras vom Park daherkam. Joni, ich fürchte, deine Elfen gibt es nicht mehr. Und ich weiß nicht, ob das nicht gut so ist." Aber Joni weinte. Da legte ihm Onkel Winburg die Hand väterlich um den Hals und sagte: "Wir gehen hin, morgen. Oder übermorgen, jedenfalls gleich, wenn der Platz wieder zugänglich ist. Tut mir leid, aber ich verstehe auch unseren Freund Orlan. Es ist wirklich nicht zu verantworten, die Elfen in Tanargá zu lassen. Bedenke nur, wie viele unschuldige Menschen einst sterben werden!" Joni schrie auf: "Aber die Elfen sind doch auch unschuldig!" Der Ritter sagte ganz sanft und leise: "Es trifft immer die Unschuldigen, Joni. Denk nur an dein Dorf! So war es seit Anbeginn der Zeit, und so wird es bleiben." Nun mischte sich auch Jonis Vater ein: "Mein Junge, deine Mutter und ich sind lange mit den Elfen gewandert und haben sie liebgewonnen, das kannst du mir glauben. Erst von Tante Delma erfuhren wir, was sie mit den Leuten aus meinem Dorf angestellt haben. Ich weiß wirklich nicht ..." Doch Joni wollte es nicht einsehen. "Sie können doch nichts dafür, dass sie so sind!", rief er. So heftig stieß er dies hervor, dass Winburg fast erschrocken seinen Arm zurückzog und Joni freigab. Doch der Ritter fragte leise: "Joni, würdest du das auch sagen, wenn deine Eltern unter den Opfern gewesen wären?" Zur Antwort bekam er nur ein trockenes Schluchzen.   Zwei Tage warteten sie, dann probierten sie es. Massim führte sie durch die Stadt, die wirklich sehr groß und unglaublich schön war. Aber Joni hatte kaum einen Blick dafür. Jenen Ort, wo einst ein blühender Park lag, sahen sie nur von Ferne. Denn niemand durfte hin. Die Leute des Königs waren schon dabei, den Platz für das Turnier vorzubereiten. Zelte wurden aufgestellt, darunter das große, hellblaue für den König, den man morgen erwartete. Barrikaden aus Brettern waren zusammengezimmert worden und wurden nun an den rechten Stellen platziert. Fahnenstangen hatte man aufgerichtet, und schon flatterte so mancher Wimpel lustig im Wind. Joni interessierte das alles nicht. Er schaute hinüber und wusste, dass er dort keine Elfen mehr finden würde. Die weite Fläche war flach gestampft und mit Sand bedeckt worden. Eine winzige Hoffnung blieb ihm noch. Vielleicht hatten seine kleinen Freunde das drohende Unheil rechtzeitig erkannt und waren weitergezogen. Ja, so konnte es sein. Dieser Trost machte es ihm leichter, umzukehren und mit den anderen zur Herberge zurückzugehen. "Morgen geht es ab nach Hause!", sagte Winburg, als sie beim Essen saßen. Dann fiel ihm noch was ein: "Ritter Orlan, Ihr habt mir und meinem Neffen gut gedient. Wenn Ihr am Turnier teilnehmen wollt, so entbinde ich Euch von Eurem Auftrag. Ich hätte soviel Geld bei mir, um Euch den Rest des versprochenen Lohnes auf der Stelle auszuzahlen." "NEIN!", rief Joni. Alle schauten ihn verwundert an. Er lächelte ein wenig verlegen und sagte: "Ritter Orlan, mein Onkel sagte einst, Ihr stündet in MEINEN Diensten. Nun, das Jahr ist noch lange nicht vorbei. Ich möchte, dass Ihr mit uns nach Helwald geht. Ich hab noch viel zu lernen, ehe ich mein Schwert so zu führen verstehe wie Ihr." Joni erwartete eine scharfe Widerrede seitens seines Vaters oder Onkel Winburgs. Doch niemand sagte ein Wort. Nur Orlan lachte laut, klopfte Joni auf die Schulter, dass dieser fast vom Stuhl gefallen wäre und rief: "Bei meiner Ehre, junger Freund. Ich mach aus dir einen Meister der Klinge, das verspreche ich dir. Und weil ich mich darauf verstehe, die Gedanken eines jungen Hüpfers, wie du einer bist, zu lesen, sage ich dir: Wenn das Jahr vorbei ist, dann gehe ich mit dir, die Elfen suchen." Da sagte auf einmal Winburg, ein feines Lächeln im Gesicht: "Wenn der arme Junge Eure Ausbildung überlebt."
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