德语故事:Die Tränenhexe(2)

发布时间:2019-01-31 06:02:54

4. Die kleine Mama Brigitte   Die Tür öffnete sich und wie angesichts das Geschreis zu erraten gewesen war, trat Mama ein. Sie hatte ihre Lippen wütend auf einander gepresst und marschierte energisch auf Kiki zu. "Du weißt doch ganz genau, dass ich zu arbeiten habe!" keifte sie. "Außerdem habe ich vorhin doch deutlich genug gesagt, dass du deine Hausaufgaben machen sollst!" Kiki sagte nichts. Sie hielt nur erschrocken die Luft an und schaute auf die Zaubertrankpfützen die nun stärker blubberte und brodelte als zuvor. Dass Mama gar nicht merkte, wie grün es hier im Zimmer war? Da folgten Mamas Augen dem Blick ihrer Tochter. Sie deutete mit dem Zeigefinger auf die glibbergrüne Masse und sagte: "Was um Himmels Willen..." Weiter kam sie nicht. Denn es machte "plopp" und Mama, jedenfalls so, wie Kiki sie kannte, war nicht mehr da- und der Zaubertrank war auch nicht mehr zu sehen. Der Teppich war wieder genau so himmelblau wie vor dem ganzen Tränenzauber. Die neue, kleine Mama sah genau so aus, wie auf den Fotos, die Trixi kannte. Die, auf denen Mama noch ein bisschen jünger gewesen, als Trixi nun war. So war die kleine Mama ungefähr einen Kopf kleiner als Trixi, hatte süße, blonde Ringellöckchen und schnuckelige Apfelbäckchen. Trixi war richtig gerührt. Was für ein putziges Ding! Doch das musste sie sich schleunigst verkneifen, schließlich war sie hier, um ihrer Mutter einen Denkzettel zu verpassen. Das einzige, was noch an die alte, schimpfende Mama erinnerte, war deren Kleidung. Denn die war anscheinend nicht verhext. Und so hing nun der elegante Rock bis zu Boden herunter und die schicke Bluse sah eher aus wie ein Bettlaken. "... ist denn mit den Gummibärchen?!" beendete da die kleine Mama ihren Satz und riss ihre große Tochter aus dem Staunen. "Ich habe nämlich Hunger!" rief sie und stampfte zornig mit dem Fuß auf. Jetzt wagte sich auch Trixi wieder aus ihrem Versteck hervor. Der verhexten Mama kam die Tränenhexe anscheinend gar nicht komisch vor. Die interessierte sich viel mehr für Kikis Schubladen. "Seit wann magst du denn Gummibärchen?" wunderte sich Kiki. Denn ihre Mama lehnte immer dankend jegliche Arten von Süßigkeiten ab. "Ich liebe Gummibärchen!" erwiderte die kleine Brigitte freudig, klatschte begeistert in die Hände und warf einen Teddybären quer durch das ganze Zimmer. "Gummibärchen, Gummibärchen, Gummibärchen!" "Aber, aber!" mischte sich Kiki nun ein und fühlte sich gleich richtig erwachsen. "Wer so frech ist, der bekommt ganz bestimmt keine Gummibärchen!" Das kümmerte Brigitte nur wenig. Die nahm sich einfach eines von Kikis Plüschtieren und begann grölend darauf herumzutrampeln: "Ich habe Hunger. Ich will Bärchen. Ich habe Hunger. Ich will Süßes!" Trixi hielt sich entsetzt die Ohren zu und verkroch sich unter dem Bett. "Das hält ja die grünste Tränenhexe nicht aus," murrte sie. Auch Kiki fand nun die kleine Mama ganz und gar nicht mehr so niedlich. "Gar nichts bekommst du, wenn du weiter so herum schreist!" donnerte sie nun los und ging wütend auf die kleine Mama zu. Die hielt erschrocken in ihrem Gebrüll inne. Langsam sackten ihre Mundwinkel nach unten und ihre Augen wurden ganz glasig. "Nicht weinen!" rief da Trixi und kroch aus ihrem Versteck hervor. "Du bekommst ja deine doofen Gummibärchen!" "Ehrlich?" fragte die kleine Brigitte- so hieß Kikis Mama-, wobei sie schon wieder ein bisschen lächelte. "Also du hast Erziehungsmethoden!" seufzte Kiki. Obwohl sie froh war, dass die Kleine (die ja eigentlich ihre Mutter war) wieder lachte- denn ein weinendes Kind ist nicht angenehmer als ein Grölendes.Dann hatte sie eine Idee: "Gut, Trixi hat recht. Es gibt gleich Gummibärchen- aber unter einer Bedingung!" räumte sie ein und fühlte sich mit jedem Wort mehr wie ihre Mutter- wie die früher gewesen war, natürlich. Da fing die kleine Mama Brigitte schon wieder an zu Hopsen und zu Jubeln: "Gummibärchen! Gummibärchen!" Als sie aber Kikis drohenden Blick bemerkte, verstummte sie augenblicklich.Da musste Trixi ein wenig schmunzeln. Kiki war ja wie eine echte nervige Erwachsene! "Bevor es Süßes gibt, bringst du bitte erste den Müll heraus, liebe Brigitte!" erklärte die Tochter ihrer Mutter. "Dann hängst du noch die Wäsche auf und wenn du schließlich die Spülmaschine ausgeräumt hast, dann können wir wieder über Gummibärchen reden." Angesichts dieser langen Liste an Aufgaben bekam die kleine Brigitte ganz große Augen. Aber tatsächlich gab sie ein piepsiges "Ist gut!" von sich und verließ das Zimmer. "Kinder erziehen ist ja babyeinfach!" stellte Kiki zufrieden fest. "Ich weiß gar nicht, warum sich meine Mama- die große Mama- immer so aufregt!" "Aber meinst du nicht, du verlangst etwas viel von der Kleinen?" fragte Trixi, die es sich nun erschöpft auf Kikis Kopfkissen ein wenig gemütlich gemacht hatte- so ein Tränenzauber ist ganz schön anstrengend. "Die kommt noch nicht einmal an die Wäscheleine heran, uuah!" gähnte die grüne Hexe und streckte sich, wobei sie fast in dem flauschigen Federbett unterging. "Ach, die soll doch auch einmal sehen, wie das so ist, wenn man ständig herumkommandiert und geschimpft wird!" entgegnete Kiki. "So und jetzt schau ich mal nach, ob die liebe Brigitte auch brav ist!" Bevor das Mädchen hinaus ging rief Trixi ihr noch müde nach: "Aber übertreibe es nicht, liebe Kiki! Sie ist doch noch so klein!" und dann war sie auch schon mit einem leisen Schnarchen eingeschlafen. Es war für Kiki sehr leicht, ihre kleine Mama zu finden- denn eine Müllspur führte sie vom Flur in das Wohnzimmer und dann zur Terrassentür hinaus in den Garten. Überall lagen Eierschalen, Salatreste und Joghurtbecher. Ein leerer Pizzakarton führte sie schließlich ans Ziel: Zum Sandkasten, in dem die kleine Mama hockte und fröhlich kichernd aus Kartoffelschalen, Kirschkernen und Sand einen sehr interessanten Kuchen zubereitete- den Kiki um keinen Preis gegessen hätte. Da stampfte Kiki zornig auf: "Was soll denn bitte diese Sauerei? Du solltest den Müll hinausbringen und nicht im ganzen Haus verteilen! Meinst du, auf die Weise verdienst du dir deine Gummibärchen?" Sofort blieb der kleinen Mama ihr Lachen im Hals stecken und sie schniefte bedrückt. "Nicht weinen, kleine Brigitte!" ertönte da auf einmal die Stimme der Tränenhexe. Dann hielt sie der betrübten Mama eine Tafel Schokolade- die größer war als Trixi selbst- entgegen. Sofort zauberte dies wieder ein Lächeln auf ihr Gesicht. "Aber..." wollte sich Kiki erbosen. Doch Trixi ignorierte den Einwand und sagte zur kleinen Mama: "Beiß einmal ab und wenn du dann den Müll wieder eingesammelt hast, dann kannst du auch den Rest noch haben!"Das ließ sich Brigitte nicht zweimal sagen- und schon war sie fröhlich schmatzend im Haus verschwunden. "Ich mag nun einmal keine weinenden Kinder," gab Trixi der großen Freundin mit einem Schulterzucken zu verstehen, als die sie fragend anblickte. Nachdem Kiki kurz darauf einen Kontrollgang durch das Haus gemacht hatte, musste sie zugeben, dass der Plan der Tränenhexe aufgegangen war: von der Müllspur war nichts mehr zu sehen- von der kleinen Mama allerdings auch nicht. Kiki ahnte Böses. Sie überlegte, was sie der kleinen Mama als Nächstes aufgetragen hatte- Wäscheaufhängen. So ging sie vor das Haus, wo die Wäschespinne stand. Tatsächlich war dort auch Brigitte. Die Freude über den Gehorsam der kleinen Mama währte nur kurz. Denn Kiki musste feststellen, dass Brigitte, da sie zu klein war, versuchte, die Wäsche auf die Leine zu werfen- weshalb ein Großteil der Kleidungsstücke auf dem schmutzigen Boden gelandet war und nun alles andere als frisch gewaschen aussah. Erneut spürte Kiki Wut in sich aufsteigen. Doch da fiel der Blick auf Trixi, die schon wieder wie von Zauberhand neben ihr stand. Diese schüttelte langsam den Kopf und erhob mahnend einen Zeigefinger. Daraufhin atmete Kiki tief ein und seufzte nur: "Schon gut, du bist eben einfach zu klein. Dann kommt das eben noch einmal in die Waschmaschine." Allerdings musste der zweite Waschgang auf später verschoben werden, denn mit der Waschmaschine kannte sich nur die große Mama aus... So sammelten die drei die braune Weißwäsche ein- das heißt, Trixi beförderte alles mit einem einzigen Fingerschippen in den Wäschekorb. "Der Wäschewaschzauberspruch ist mir leider entfallen," entschuldigte sie sich. "Also Brigitte," wendete sie nun Kiki wieder an ihre verhexte Mama, "jetzt räumst du noch schnell die Spülmaschine aus und dann gehen wir einkaufen- da kannst du dir dann was Süßes aus..." "suchen," wollte Kiki noch sagen, aber da war Brigitte schon ins Haus gerannt. "Kinder," meinte sie nur Kopfschüttelnd. "Na dann schauen wir doch mal nach, ob Brigitte ihre letzte Pflicht erfüllt," schlug Trixi da vor. Als die beiden gerade die Küche betraten, erfüllte ein lautes Scheppern den Raum. "Neiiiin!" schrie Kiki, als sie die Bescherung erblickte: Die kleine Mama hatte versucht einen kleine- Mama- hohen Tellerstapel zu balancieren- der nun in unzähligen Scherben auf dem Küchenboden lag. "Jetzt reicht es mir aber! Da ist auch meine Geduld am Ende. Das schöne Geschirr, alles kaputt! Meine Mama wird mich bis an mein Lebensende in mein Zimmer einsperren, wegen dir!" zeterte sie los- wobei Kiki in ihrem unbändigen Zorn gar nicht auffiel, was sie da für einen Unsinn redetete- schließlich stand ihre Mama gerade vor ihr und war selbst daran Schuld, dass die Teller zerbrochen waren.5. Tränenabschied   Trixi zuckte angesichts des Wutausbruchs kurz zusammen, tat dann aber nichts, um Kiki zu beruhigen und die kleine Mama zu trösten. Als Kiki dann tatsächlich eine Träne in Brigittes Augen glänzen sah, tat ihr dann doch gleich alles leid, so traurig sah die Kleine aus Doch da war die kleine Mama schon aufgesprungen und jammernd hinaus gerannt. "Du bist gemein!" rief sie und das tat Kiki richtig im Herzen weh. Als ob ihr jemand mit einer Nadel hineinpieksen würde, fühlte sich das an. "Weine doch nicht! Ich hab es doch nicht so gemeint!" rief Kiki deshalb und eilte hinterher. Sie fand Brigitte schließlich an ihrem Schreibtisch. Genau so, wie vor nicht einmal einer Stunde Kiki selbst dort gesessen war. Traurig schniefend saß sie da und starrte auf das Schulheft vor ihr. "Kiki!" meldete sich plötzlich Trixi zu Wort, "Ich sag schon einmal Tschüß!" meinte sie und winkte Kiki zu. "Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder!" "Aber, aber..." stotterte Kiki verdutzt. "Wo gehst du denn hin?" Doch Trixi zeigte nur auf die kleine, unglückliche Brigitte, der gerade eine Träne langsam die Wange herabkullerte. "Ich habe meine Aufgabe erfüllt," sagte sie. "Und das Geschirr ist wieder heil!" stieß sie noch schnell hervor. Langsam segelte da die Träne schließlich herab und landete genau auf dem Strichmännchen, das Kiki vorhin gemalt hatte. Da machte es "plopp" und als sie sich nach Trixi umdrehte war diese schon verschwunden. Aber als Strichmännchen winkte sie ihr noch einmal zu. "Tschüß Trixi!" sagte Kiki und winkte zurück. "Wer ist denn Trixi?" fragte auf einmal ihre Mama- ihre große Mama. Das Kostüm passte wieder und statt der blonden Löckchen hatte sie wieder ihre modische Kurzhaarfrisur. Verwundert stellte Kiki fest, dass nun sie wieder auf dem Schreibtischstuhl saß und ihre Mama freundlich lächelnd im Türrahmen stand. "Ach, das ist eine lange Geschichte!" meinte Kiki nur und wischte sich verwundert die Augen. So strahlend hatte sie ihre Mama schon lange nicht mehr gesehen. Eigentlich kannte sie in der letzten Zeit nur ihr verbissenes Bürogesicht "Na, die kannst du mir nun in Ruhe erzählen! Denn ich glaube, du hast dir eine Mathe- Pause verdient- und ich mir eine Büropause!" Ungläubig zog Kiki ihre Augenbrauen nach oben: "Du brauchst eine Pause?" "Na aber sicher!" erwidert Mama. "Und am Besten gehen wir gleich einmal los und kaufen ein paar Tüten Gummibärchen. Irgendwie habe ich plötzlich unglaubliche Lust darauf bekommen- dabei habe ich seit Jahren keine mehr gegessen!" fügte sie, verwundert mit dem Kopf schüttelnd hinzu. "Und ich darf doch auch mal wieder Kind sein!" "Klar!" entgegnete Kiki schmunzelnd. Und da war es ihr, als ob ihr das Strichmännchen noch einmal vertraulich zuzwinkerte.
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