德语故事:Der Kleine Monkino(5)
发布时间:2019-01-31 06:03:06
Die Figürchen
Sie machten sich auf um ein leckeres Frühstück zu finden. Nach kurzer Zeit stellte sich ihnen ein Endelus in den Weg.
"Was macht ihr da? Zwei so unterschiedliche Gestalten, was sollten die denn gemeinsam haben?"
Monkino wurde fürchterlich wütend. Mit dem Wissen seinen Freund Focklas dabei zu haben, wurde er mutiger und schimpfte laut los.
"Was geht dich das an, du rücksichtsloser Taugenichts?"
Der Endelus sah ihn überrascht an.
"Na, wen haben wir denn da? Du kannst ja mal deinen Mund aufmachen. Ich dachte schon, du wärst stumm und würdest deshalb nie antworten, wenn ich dir zurufe."
"Ich kann sehr wohl reden, nur nicht mit solchen wie dir," rief Monkino noch lauter.
Der Flugkünstler schlug einmal heftig mit seinen Flügeln, hob dabei kurz vom Boden ab und entgegnete, " was soll denn heißen - mit Solch- einem? Was glaubst du wen du vor dir hast? Wir sind die Künstler der Lüfte. Wir haben die schönsten Flügel in diesem Wald und die kräftigsten Füße, die du je sehen wirst."
"Na und die kürzesten." Meinte Focklas von außen.
Mit einem Mal mussten alle drei auflachen und der Streit war verflogen. Und so hatte Monkino die Gelegenheit, die Geschichte der Endelus zu erfahren.
Mit Hilfe des Flugkünstlers fanden sie schnell so viel zu Essen, dass sie nach kurzer Zeit zu dritt vor dem kleinen Steinhaus saßen. Beim Essen erzählte Monkino alles von seinem Vater und Focklas von seiner Wandererfamilie. Als sie fertig waren, begann Endelus von seiner Familie zu erzählen.
Er hatte seine Kindheit in einem Nest aus Ästen und Zweigen zugebracht. Seine Geschwister, und das waren gleich drei an der Zahl, waren alle gleich alt wie er. Sie kamen kurz nacheinander zur Welt. So hatte er immer genug Spielgenossen, die allesamt ihren Eltern oft genug gezeigten, dass sie zu allem in der Lage waren.
Bis eines Tages sein ältester Bruder keine Lust mehr hatte und davon flog.
"Ich fand das damals gemein von ihm. Er hatte nichts erklärt, er ist einfach gegangen. Meine Eltern waren sehr glücklich und sagten steht’s, wie stolz sie auf ihn wären und ich solle mir ein Beispiel daran nehmen."
Er sah ein wenig belustigt dabei aus, als er davon sprach.
"Es dauerte bei mir genau noch einen Mond und ich begriff es. Es überkam mich wie ein Blitzschlag. Ich wollte fliegen! Nur noch fliegen! Und ich wusste, dass ich mein restliches Leben nichts Anderes mehr tun möchte. Ja, und so flog auch ich, ohne etwas zu erklären. Nur angetrieben durch dieses herrliche Gefühl - auf in die Lüfte -.
Ich sehe meine Eltern nur noch ganz selten. Gelegentlich kommt es vor, dass wir uns im Flug begegnen. Dann fliegen wir einen Stürtzer zusammen und sagen uns, dass wir uns lieb haben. Dann fliegt wieder jeder auf seiner Flugbahn. Einfach toll, ein Endelus zu sein," schloss er seine Erzählung ab.
"Was ist ein Stürtzer?" Fragte Focklas neugierig.
Monkino sprach, bevor Endelus auch nur Luft holen konnte. "Glaube mir, das willst du nicht wissen."
"Wieso, was findest du so schlimm daran?" Entgegnete Endelus.
"Immer nehmt ihr die Nobiechen als Zielscheiben und ihr tut ihnen doch bei der Landung weh!" Behauptete Monkino und eine seltsame Erleichterung machte sich in ihm breit.
"Du hast wohl noch nie einen Nobiechen kennen gelernt? Die haben keine Knochen wie wir. Sie haben nur Luft und irgend etwas glibberiges in ihrem Körper. Damit sie sich überhaupt noch fortbewegen können, müssen sie sich aufblähen. Denn dadurch drehen sich die langen Krallen nach unten und der Bauch hebt vom Boden ab. Wenn ich dann in ihrem aufgeblähten Zustand auf ihnen lande, kommt lediglich ein sehr langes, aber lustiges Quietschen." Endelus lachte laut auf, "ja irgendwo muss ja die Luft hin und ratet mal aus welcher Öffnung sie dann entweicht?"
Wieder einmal lachten alle drei lauthals auf und Endelus fuhr fort.
"Wenn wir das nicht machen würden, ich weiß nicht genau, ob die Fiecher nicht irgendwann einmal platzen würden."
"Iiiiih, das stink doch bestimmt, oder?" Rümpfte Focklas fragend die Nase.
Endelus grinste noch einmal breit und meinte nur, "weißt du, ICH kann meine Nasenlöcher zu machen, wie meine Augen." Und sein Grinsen wurde bei der Vorstellung von einem langen, schrillen Nobiechen-Quitscher noch breiter. "Ich finde, ich bin darin ein Meister und mir macht das eine riesen Freude. Und was macht ihr um Spaß zu haben?" fragte Endelus
"Ich bin ein Wanderer und Neues zu sehen und zu entdecken, macht mir ungeheuren Spaß" meinte Focklas ohne ein einziges Zögern.
Monkino musste eine Weile überlegen. Bei dem Gedanken ein Wanderer zu sein, überkam ihn auch große Freude. Doch hatte er noch nie, seit er erwachsen war, diesen Wald verlassen. Also konnte er nicht behaupten, dass dies seine größte Freude wäre. Aber ganz eindeutig könnte es so sein. Was hatte er bis jetzt getan, was ihm Freude bereitet hatte. Na klar, "ich schnitze Figürchen." Antwortete er.
"Wie machst du das? Lass mal Eines sehen." Und die Neugierde bei Endelus war erwacht.
Als Monkino mit eines der Holzfigürchen aus seinem Haus kam, geriet Endelus in Verzückung.
"Oh, ist das schön. Ist das dein Vater? Wirklich gut getroffen und schau, er lächelt sogar." Und Endelus zeigte auf die kleine Figur, bei der tatsächlich ein Lächeln zu sehen war.
Und da hatte Focklas einen tollkühnen Gedanken. "Wie wäre es, wenn du einmal Endelus schnitzen würdest, Monkino?"
Er hatte es noch nie mit etwas anderem als seinem Vater probiert. Und dies hatte er jahrelang üben können. Wie würde es sein, wenn er jetzt plötzlich ein anderes Wesen aus Holz heraus arbeiten sollte? Würde es ihm dann noch gelingen, es zum Lächeln zu bringen?"Ich weiß nicht so recht! Und wenn es nicht schön wird?"
Focklas tat die Zweifel mit einer Handbewegung ab "Ach, paperlapap".
Und Endelus war nun nicht mehr zu halten. Er flog erst einmal in die Lüfte hoch und schrie aus Leibeskräften, dass er eine Abbildung seiner Selbst bekommen würde und dies auch noch von einem echten Künstler. So wie er einer war. Er der Künstler der Lüfte würde von einem Künstler des Holzes sich Selbst bekommen. Was blieb da Monkino anderes übrig, als sich von dieser Begeisterung anstecken zu lassen. Er holte sein Werkzeug und begann mit der Arbeit. Und siehe da, schon beim ersten Schnitt in das Holz hatte Monkino das eindeutige Gefühl, dass es schön werden würde.
Bis zum Sonnenuntergang hatte Monkino nicht nur Endelus sein Abbild geschnitzt. Auch die anderen Waldbewohner waren gekommen. Sie waren den Rufen des Flugmeisters gefolgt, es wäre ein Holzkünstler am Werk. Für jedes der Bewohner hatte er eines geschnitzt und jedes freute sich herzlichst darüber. Am Abend waren sie eine ganze Ansammlung und jeder hatte etwas zum Feiern mitgebracht. Und dies taten sie dann auch. Sie lachten und tanzten gemeinsam und sehr spät in der Nacht gingen Monkino und Focklas in ihr kleines Häuschen und legten sich auf ihre bequemen Schlafplätze.
Beide Freunde waren durch das Fest und den Gesang noch so munter, dass sie sich noch unterhalten wollten. Sie beschrieben sich ihre unterschiedlichen Eindrücke, die sie während der Begegnung mit den Waldbewohnern empfanden.
"Ja diese, diese Transgottern, oder wie heißen die noch gleich?" Fragte Focklas lachend.
"Ja fast, Transgotten nennen sie sich." Antwortete Monkino.
"Die sind zum Schreinen. Jedes Mal, wenn sich eines der Nobiechen aufgebläht hat, wurden sie blitzschnell zu einem Endelus um sich auf sie zu stürzten. Jeder der Nobiechen hatte nach dem Quietscher einen ziemlich erleichterten Gesichtsausdruck. Das war so lustig. Ich konnte nicht aufhören mit Lachen."
Monkino holte auch seine lustigsten Erlebnisse wieder hervor.
"Ich wusste nie genau was ich eigentlich vor mir hatte. Mal glaubst du dich mit einem Notis zu unterhalten, als er dann im nächsten Augenblick zu einem Stuhl wird. Nur einfach so, weil ihm das gerade durch den Sinn ging."
Sie lachten noch eine Weile über die interessanten Waldbewohner, als Monkino eine wundervolle Idee hatte.
"Was würdest du davon halten Focklas, wenn wir für einige Zeit gemeinsam auf Wanderschaft gehen?" Er legte sich rücklings in sein Bettchen blickte zur Decke, die er nicht sah. In Monkinos Kopf taten sich Bilder auf, wie er und Focklas durch fremde Landschaften liefen und wie sie die anderen Bewohner kennen lernen würden. Vielleicht, so dachte er, würde er irgendwann einmal gerne wieder zu seinem kleinen Haus im Wald zurückkehren. Aber dessen war er sich jetzt nicht sicher. Was er jetzt wollte, war sich die anderen Wälder anzuschauen und dort die Lebewesen zu sehen. Er war neugierig, ob man mit den Anderen auch so ein tolles Fest feiern könnte. Was denen wohl so Freude macht?
Focklas saß kerzengerade auf seinem Lager mit weit aufgerissenen Augen und leicht offenstehendem Mund.
Nach einem Kratzer am Kopf meinte er zögerlich "aber dein schönes Häuschen? Du müsstest es zurück lassen."
Daran hatte Monkino schon gedachte und antwortete, "es soll ein Haus für alle Wanderer werden, die für eine Nacht ein bequemes Bettchen brauchen." Sie hätten dann auch die Möglichkeit ein Feuerchen zu machen um sich an kalten Tagen wieder etwas aufzuwärmen. Das wäre doch toll, oder?"
Mit einem Satz war Focklas von seinem Lager gesprungen und tanzte singend durch den Raum.
"Wir werden auf Wanderschaft gehen. Hallo ihr da draußen wir kommen. jipijajäh."
Fast bis zum Morgengrauen planten sie ihr Vorhaben und schliefen dann restlos glücklich ein.
Als sie am kommenden Tag wieder erwachten, schnitze Monkino ein großes Schild auf dem Stand - all ihr Wanderer seit herzlichst eingeladen dieses kleines Häuschen von Monkino als das eure zu sehen-.
Focklas packte geschickt die Werkzeuge von Monkino in einen kleinen Beutel. Die würde er natürlich brauchen um seiner großen Freude nachgehen zu können. Auch die anderen Wesen, mit denen noch eine Begegnung offen stand, sollten ein Figürchen bekommen können. Dann band er sich den Selben und nahm sein Abbild aus Holz und eines von Monkinos Vater aus dem Regal. Er trat zu seinem Freund vor das Häuschen und überreichte ihm seinen Beutel.
Mit einem dankenden Lächeln nahm er es entgegen und beide Freunde bewunderten noch einmal kurz die hübsche Unterkunft und meinten gleichzeitig "komm lass uns gehen."
Und so brachen die beiden Wandererfreunde auf um sich die Welt anzuschauen.