德语故事:Wie Nona und Tubo Weihnachten retten(4)

发布时间:2019-01-31 06:03:59

Alles verschwunden

Schweif, Komet und Rasensprenger. Wieso verfolgte diese Mäschtild einen sogar bis in den Traum? Viel lieber hätte Liliane von Sternschnuppe Kim geträumt. Mit dem sie in der Mittsommernacht so gern den Sternschnuppen-Salsa tanzte. Der ihr die rosa Federboa geschenkt hatte, auf die Mäschtild neidisch war.

"Lass mich in Ruh, Mäschtild", lispelte Liliane im Halbschlaf und jaulte im gleichen Moment auf: "Aua."

Wer zerrte an ihren Flügeln? Dann durchschnitt ein schriller Pfiff die Stille und schmerzte höllisch im Ohr. Sie presste sich die Hände auf die Ohren. Vorsichtig blinzelte sie zwischen den Augenlidern hervor. Dann dachte sie: "Was für ein schöner Traum und dann so was."

Eine aufgebrachte Mäschtild herrschte sie an:

"Steh gefälligst auf und sieh dir die Bescherung an."

Liliane runzelte die Stirn, denn sie verstand nur Bahnhof. Was wollte Mäschtild? Sie räkelte sich, um ihre Flügel, die vom Liegen auf der harten Bank schmerzten, zu entspannen. Dann spürte sie es. Vibrationen wie von zittrigem Espenlaub. Hatten die Klingklong etwa schon geläutet? Mit einmal war sie hellwach. War doch Flügelschlagen ein Signal höchster Aufregung bei Engeln. Ganz Himmeland schien vor dem Spielzeugdepot versammelt zu sein.

"Was ist los? Warum seid ihr hier? Wieso steht die Tür zum Spielzeugdepot offen?"

Emilion wickelte ihr die Federboa, die beim Schlafen heruntergefallen war, wieder um den Hals.

"Wieso, warum, weshalb?" blaffte Mäschtild feindselig "kapier endlich..."

"...was kapieren, Mäschtild? Warum fauchst du mich so an?"

Emilion trat dazwischen und schob Mäschtild von Liliane weg. "Jetzt ist genug, Mäschtild. Es reicht."

Mäschtild machte mit gespreizten Fingern einen Schritt auf Liliane zu, als wolle sie ihr im nächsten Augenblick das Gesicht zerkratzen.

"Leer. Unser schön gefülltes Spielzeuglager ist ratzekahl leer..." "Darf ich was sagen?" wurde sie von Postengel Klaus unterbrochen, den sie aber unsanft zur Seite schubste und anflaumte:

"Ich bin noch nicht fertig." Sie wandte sich Liliane zu:

"Alles geklaut. Geklaut, weil du vergessen hattest, das Lager abzuschließen."

"Nein!"

Liliane stürmte zum Spielzeuglager. Es war leer wie ein Eimer Gummibärchen nach dem Kindergeburtstag. Ihr Schrei gellte durch Himmeland.

"Nein. Das kann nicht sein. Sagt, dass ich träume. Ich habe einen schrecklichen Albtraum."

Plötzlich bebte sie am ganzen Körper wie ein einem Fieberkrampf und wurde schneeweiß im Gesicht. Hätte Emilion sie nicht gestützt, wäre sie zusammen gebrochen.

"Leider nicht, Liliane. Paraplü hat uns einen Besuch abgestattet" sagte Emilion und in seiner Stimme lag eine Sanftmut, als könne er sie damit trösten. "Dabei ist er derjenige, der Trost bräuchte" dachte Liliane, als sie ihn betrachtete, wie er mit hängenden Schultern vor ihr stand und etwas Hilfloses aussendete. Wirr hing ihm das Lamettahaar ins Gesicht. Er schien um Jahre gealtert. Liliane konnte nicht anders, als ihn zu umarmen. Er schluchzte leise, damit es die anderen nicht hörten. Liliane hauchte ihm ins Ohr, um ihn aufzumuntern: "Wir kriegen das schon hin, Emilion. Sei nicht so verzagt."

Glaubst du?" schniefte Emilion und wischte sich verstohlen die Tränen aus den Augen.

"Bestimmt." Liliane tastete ihren Gürtel ab. Vom Schlüssel des himmlischen Spielzeuglagers keine Spur. Ihr Gehirn arbeitete auf Hochtouren.

"Der Schlüssel ist weg. Einfach weg. Irgendjemand muss mir während des Schlafens den Schlüssel gestohlen haben."

"Ausreden", keifte Mäschtild, " nichts als Ausreden. Gesteh doch. Du hattest vergessen, abzuschließen."

Das wollte Liliane nicht auf sich sitzen lassen. Wut stieg in auf.

"Mir reicht’s, Mäschtild. Ich weiß genau, dass ich das Tor kurz vor der Pause zweimal verriegelt hatte. Emilion kann es bestätigen. Oder, Emilion?"

"Hab ich mit eigenen Augen gesehen. Wir haben uns nämlich hier vorm Spielzeuglager getroffen."

Liliane spielte gedankenverloren an ihrer Federboa. "Dieser Paraplü muss die Situation ausgenutzt haben, als wir alle schliefen."

"Ppppph", machte Mäschtild verächtlich.

"Wie kam der denn eigentlich nach Himmeland?" fragte Liliane in die Runde "niemand außer den Weihnachtsmänner besitzt einen Schlüssel. Und das Tor zu Himmeland ist doch gut verrammelt. Gerade jetzt."

Der Schreck musste den Engeln so in die Glieder gefahren sein, dass sie darüber nicht weiter nachgedacht hatten.

"Gute Frage, Liliane", stellte Bernhard anerkennend fest: "Wie kam Paraplü eigentlich nach Himmeland rein?"

"Das wollte ich euch doch die ganze Zeit erzählen", druckste Postengel Klaus verlegen herum, "aber mir hört ja niemand zu. Ich bin schuld. Hab zwar nicht vergessen, das Tor abzuschließen. Aber Paraplü hat mir aufgelauert, als ich jetzt mit der letzten Fuhre Briefe von der Erde zurückkam. Er nötigte mich, ihn durch das Tor zu lassen, anderenfalls würde er mich nach Kandelaber verschleppen. Mich entführen. Ich hatte keine Wahl."

Postengel sah wirklich elend aus, als er stockend erzählte: "Allein hätte ich nichts gegen ihn ausrichten können. Zumal ihr alle wieder gepennt habt und mir keiner hätte helfen können. Notgedrungen öffnete ich ihm das Tor, und er kurvte geradewegs zum Spielzeuglager, wo er in aller Seelenruhe die Spielsachen in seinen großen Wagen packte. Ich konnte ihn nicht daran hindern. Einmal stellte ich mich ihm in den Weg, aber er verscheuchte mich wie eine lästige Fliege."

In Erinnerung daran hielt Klaus kurz inne, um fortzufahren: "Weg mit dir. Aus dem Weg. Alles, alles kommt nach Kandelaber auf meine Burg. So schrie er und schleppte alles in seinen Wagen. Dann verschwand er."

Viele der Engel waren entsetzt. Die Vorstellung, diesem Riesen höchstpersönlich in Himmeland begegnen zu müssen, erzeugten nachträglich Angstschauer.

"Ist er denn soooooooo riesig?" wollten wie wissen. In ihren Augen war Klaus ein Held.

"Und wie. Ich hab mich schrecklich gefürchtet." Klaus deutete schlotternde Knie an.

"Du Ärmster. Diesem Unhold ausgeliefert zu sein. Ist dir auch nichts passiert?", fragte Emilion mitfühlend.

Klaus beruhigte ihn. "Nein, Emilion. Er hat mir kein Haar gekrümmt. Aber Angst hatte ich schon. Mir schlotterten förmlich die Knie."

Tubo interessierte: "Wie sieht er denn aus?"

Klaus schilderte Paraplüs Aussehen detailliert und endete mit den Worten: "Und als er verschwand, popelte er in der Nase."

Die Engel schüttelten sich vor Ekel. Alle bis auf Mäschtild fühlten mit Klaus.

"Eher hätte ich den Rest meines Lebens ins Kandelaber verbracht", wetterte dagegen Mäschtild und ballte ihre Hände zu Fäusten, "als diesem Satansbraten die Tür zu öffnen. Glaubt mir, ich wäre mit diesem Popler fertig geworden."

Wie zuckten da die Engel zusammen. War doch Satansbraten das schlimmste aller Schimpfwörter in Himmeland. Nicht einer von ihnen bezweifelte, dass sich Mäschtild diesem Paraplü kampfesmutig entgegen gestellt hätte. Nicht einer.

Überdeutlich wurde Liliane die Tragweite des Raubes bewusst. Schweren Herzens schwebte sie an leeren Regalen längs.

Keine Schaukelpferde, keine Puppenstuben, keine Rennautos, keine Ritterburgen. Keine Kaufläden. Alles, was in monatelanger Kleinarbeit in Himmeland hergestellt worden war, hatte sich dieser Paraplü in der letzten Stunde einfach unter den Nagel gerissen. Wie ein mahnendes Gewissen die Klingklong. "...achtzehn Stunden habt ihr Zeit..."

Liliane entdeckte den Zettel, der zwischen zwei Regalbretter gerutscht war. Sie versuchte das Krickelkrakel zu entziffern und erläuterte:

"Von Paraplü. Er hat uns eine Botschaft hinterlassen."

Sie las vor:

"Liebe Engel aus Himmeland!

Soll ich euch mein Geheimnis verraten? Ich habe dem Sandmann einen Sack Schlafsand geklaut. Den Sand habe ich durch eine kleine Luke, die ich mit meinem Taschenmesser darein geschnitten habe, im Baldachin über euch ausgekippt. Ihr habt nichts davon bemerkt. Der Schlafsand hat wahre Wunder bei euch ausgelöst. Dadurch konnte ich mich nach Herzenslust bedienen.

Es dankt euch von Herzen

Euer Paraplü aus Kandelaber."

Jetzt hatten sie es schwarz auf weiß. Hatte dieser Paraplü sie erst mit Schlafsand außer Gefecht gesetzt, um sie dann in aller Seelenruhe auszurauben und sich dann aus dem Staub zu machen. Einen Reim, warum er es getan hatte, konnten sie sich nicht darauf machen. Denn eigentlich sind Riesen zum Spielen viel zu groß.

Dass er den Schlafsand bei Sandmännchen in Heischnarch geklaut hatte, verwunderte alle. Für so intelligent hatte ihn keiner in ganz Himmeland gehalten. Hatte Emilions Ahnung doch nicht getrogen. Sie erst ausbaldowert, dann ausgetrickst und sich schließlich mit den Spielsachen in Richtung Kandelaber aus dem Staub gemacht.

Nachdem bekannt war, welche List Paraplü angewendet hatte und Liliane somit keine Schuld trug, entschuldigte sich Mäschtild zerknirscht bei ihr. "Tut mir leid, dass ich dir die Schuld in die Schuhe schieben wollte, Liliane. Soll nicht wieder vorkommen."

Großmütig reichte ihr Liliane die Hand und erwiderte:

"Schon vergessen, Mäschtild. Lasst uns gemeinsam überlegen, was wir unternehmen könnten. Ließe doch bloß die Wirkung dieses Schlafsandes nach?"

Emilion spürte es als erster. Zögernd bewegte er seine Schulterblätter nach oben, nach unten, zur Seite, dann schwebte er - leicht wie eine Feder - durch den Raum und schien selbst davon überrascht:

"Sonderbar. Seit ein paar Momenten Ich fühle mich gar nicht mehr müde. Im Gegenteil. Frisch und munter. Wie früher."

"Ich auch nicht."

"Bin mopsfidel."

"Ja. Mir geht es auch viel besser", erklang es plötzlich von allen Seiten und um sich zu vergewissern, flogen, flitzten und hüpften die Engel hin und her ohne den Hauch einer Müdigkeit. Emilion fasste rasch einen Entschluss. Er klatschte drei Mal in die Hände und bat - er winkte die Engel näher zu sich - um ein Quäntchen Aufmerksamkeit. Dann erklärte er:

"Ein Glück, dass die Wirkung des Schlafsandes nachgelassen hat. Begeben wir uns wieder an die Arbeit" und er schwenkte seine Liste: "Es gibt noch eine Menge für uns zu tun."

Die Engel verstanden im ersten Moment nicht, was Emilion meinte. Es entstand eine Unruhe im leeren Spielzeuglager. Sie beguckten sich und sagten: "Ääääääähhh, waass?"

Emilion klatschte nochmals in die Hände.

"Wir sind durch die Schlaferei derart in Verzug, dass wir sofort mit den Arbeiten beginnen müssen. Sofort."

Der bedächtige Bernhard trat hervor. Er schüttelte befremdet den Kopf.

"Aber Engel Emilion. Das kann doch nicht dein Ernst sein? Paraplü die Spielsachen kampflos überlassen?"

Tubo schrie außer sich, dass seine Locken nur so flogen: "Bernhard hat recht. Das können wir nicht zulassen. Was sollen die Erdenkinder von uns denken."

Mäschtild schaute irritiert zu dem Knirps, der auf seiner. Unterlippe herumbiß. Für sein vorlautes Reden hätte sie ihn normalerweise gemaßregelt, aber jetzt gab sie ihm Recht. Als Zeichen ihrer Zustimmung tätschelte sie seinen Lockenkopf.

"Sogar die Kleinen empfinden es als eine himmelschreiende Ungerechtigkeit", stachelte sie die Engel an. "Wir haben doch nicht geschuftet und geschuftet, um von diesem Riesen beklaut zu werden. Jagen wir diesem Popelriesen die Sachen wieder ab."

Unverzüglich hagelte von allen Seiten Zustimmung für Mäschtilds Vorschlag.

"Auf nach Kandelaber. Auf nach Kandelaber", forderten die Engel in einem Sprechchor. Für einen Moment herrschte ziemlicher Tumult und es entstand der Eindruck, als würden Himmelands Engel sich auf den Weg nach Kandelaber machen.

Emilion ergriff sein Megafon, gebot Einhalt, indem er besorgt vor unüberlegtem Handeln warnte:

"Überstürzt nichts, liebe Engel. Begebt euch nicht in unnötige Gefahr. Wir dürfen nicht die Nerven verlieren und Hals über Kopf nach Kandelaber aufbrechen. Jeden Moment werden die Weihnachtsmänner eintreffen. Vielleicht finden wir gemeinsam mit den Weihnachtsmännern eine Lösung. Ich erinnere daran, dass Mut und Abenteuerlust keine hervorstechenden Engelstugenden sind..."

"Das stimmt nicht. Nona und ich sind mutig und lieben Abenteuer", rief Tubo. "Wir würden euch das gerne beweisen. Lasst uns nach Kandelaber reisen. Bitte."

Unwillig winkte Emilion ab. "Nichts da. Halbe Kinder sollten erst mal zuhören lernen und Erwachsene nicht unterbrechen."

Mäschtild konnte nicht umhin: "Ich bin auch nicht feige. Ich traue mir ebenfalls zu, nach Kandelaber zu reisen. Egal, was unterwegs lauert. Ich fürchte mich nicht."

Tubo ballte die Faust in seiner Tasche. Warum glaubte ihnen niemand? Warum nahm man ihn und Nona nicht ernst? Er traf einen schwerwiegenden Entschluss und tuschelte etwas abseits der Engel mit Nona, die daraufhin mit dem Kopf nickte.

Emilion sagte zu Mäschtild. "Dein Mut ehrt dich, liebe Mäschtild. Aber als der älteste Engel von Himmeland trage ich für jeden von euch die Verantwortung. Und ich lasse es nicht zu, dass auch nur einer von euch sich in unnötige Gefahr begebt. Auch wenn die Erdenkinder einmal auf ihre Weihnachtsgeschenke verzichten müssen."

Mäschtild musste sich fügen, obwohl es sie wurmte. Emilion fuhr fort und erinnerte die Engel:

"Keiner von uns war je weiter weg als bis zum Sternschnuppendorf. Denkt mal nach. Wer aus unseren Reihen kennt den Weg nach Kandelaber? Uns läuft sowieso die Zeit davon. Kaum noch achtzehn Klingklong-Stunden. Angenommen, wir fänden Kandelaber rechtzeitig. Könnten wir es mit diesem Paraplü aufnehmen? Wäre es nicht zu gefährlich? Würde er alle Spielsachen wieder rausrücken? Oder hielte er uns womöglich für alle Ewigkeiten in Kandelaber gefangen? Dürfen wir ein solches Risiko eingehen?"

Waren die Engel anfänglich noch Feuer und Flamme für die Verfolgung Paraplüs, herrschte jetzt betretenes Schweigen. Im Grunde genommen gaben sie Emilion Recht. Engel waren doch etwas hasenfüßig. Keine tapferen Helden.

Tubo und Nona waren während der Diskutiererei unbemerkt davon geschlichen. Dann ergriff Liliane das Wort: "Aber was wird mit Weihnachten? Die Erdenkinder warten doch auf ihre Geschenke. Wie sollen wir den Kindern erklären, dass es dieses Jahr keine Geschenke gibt? Diese Enttäuschung - unvorstellbar."

Emilion argumentierte:

"Ich schlage vor, wir warten auf die Weihnachtsmänner und arbeiten solange auf Hochtouren, um den Rest der langen Liste abzuarbeiten. Das ist noch mehr als genug. Zumindest erhielte ein Teil der Kinder Geschenke. Ansonsten müssen wir eine Erklärung vorbereiten und auf die Erde schicken, in der wir ihnen die Wahrheit beichten. Aber ich riskiere nicht das Leben eines einzigen Engels für Weihnachten. Selbst wenn wir als Feiglinge dastehen sollten."

Notgedrungen mussten sie sich fügen und strömten ihren Arbeitsplätzen entgegen. Feiglinge hin, Feiglinge her.

Es dauerte nicht lange, bis vertraute Geräusche wie Sägen, Schneiden, Raspeln, Hobeln, Schmieden Himmeland erfüllten. Die Produktion lief wieder wie geschmiert. Selbst der Mars weit draußen spitzte seine Ohren genauso wie Mond und Saturn. Waren sie doch schon in Sorge gewesen, weil der Lärmpegel aus Himmeland zeitweilig abgeebbt war und sie sich keinen Reim darauf machen konnten.

阅读更多外语试题,请访问生活日记网 用日志记录点滴生活!考试试题频道。
喜欢考试试题,那就经常来哦

该内容由生活日记网提供.