26 DEN KÖNIG ÜBERLISTET
In der Zwischenzeit waren die Vorderseitler nicht faul. Kaum war Robert zurückgekehrt, beriet er sich mit seinen Gefolgstieren. Er berichtete von der ganzen vertrackten Situation und machte ihnen klar, dass es jetzt eine Hauptgefahr gab.
"Der Monsterkönig wird auf jeden Fall misstrauisch, wenn seine Soldaten nach Ablauf der Frist nicht wieder zurückkehren."
Maxi meldete sich. Es ist ja gar nicht leicht, hell zu sehen. Meist kommt mir das, was ich hellsehen soll, einfach so daher. Ich habe plötzlich ein Bild im Kopf. Dann weiß ich ganz genau: so und so wird das dann und dann sein."
Als Beispiel erinnerte sie an eine Begebenheit vor ein paar Jahren. Alle kannten diese Geschichte, hatten sie ja schließlich selbst miterlebt.
Robert war wieder einmal draußen unterwegs. Wollte die letzten Zipfel erforschen, die er auf dem Mond noch nicht kannte. Es war am Rand des Krisenmeeres. Die Wissenschaftler nennen es ‚Mare crisium’. Da sah er einen Felsblock, der ihn sehr interessierte. Hatte eine merkwürdige Form. Rund, beinahe eher wie eine liegende 8. So sah die aus: ?. Nur drei mal so hoch wie Robert selbst. Er war fasziniert. Das musste er sich aus der Nähe ansehen. Rollte darauf zu. Und merkte plötzlich, dass er von selbst rollte. Brauchte gar nichts mehr machen, keine Kraft aufbringen.
Immer schneller rollte er auf die ? zu. Das war ihm jetzt gar nicht mehr geheuer. Wollte umkehren. Aber das ging nicht - nicht einmal bremsen konnte er. Rutschte einfach durch den Sand an den ?-erblock heran und klebte schließlich daran fest. Konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
Da erst begriff er, dass dieser Block ein extrem starker Magnet war. Der zog ihn einfach an, war er je doch zu einem großen Teil aus Eisen. Was sollte er jetzt machen? Robert strengte seine Strategie-Programme an, aber sie lieferten diesmal so schnell keinen vernünftigen Plan. Da er eh nichts machen konnte, schaltete er erst einmal um auf Schlaf. So konnte er wenigstens Energie sparen.
Robert wurde plötzlich von vielen Stimmen wach. Seine ganzen Tiere standen um ihn herum. Packten ihn an Armen und Beinen und schubsten an seinem Rücken. Und siehe da, vereint konnten sie ihn losreißen von dem Magneten. Denn sie selber waren ja nicht aus Eisen.
Und wieso waren die Tiere plötzlich da? Nun, das war eben das Ereignis, bei dem Maxis hellseherischen Fähigkeiten zum Einsatz kamen. Robert war weg, schon etwas ungewöhnlich lange. Da tauchte plötzlich ein Bild wie ein Traum vor Maxi auf. Sie sah, wie Robert an der ? klebte. Und sie wusste auch, wo das war. Und sie hatte das ganz sichere Gefühl, dass das alles so stimmte, dass das eben kein Traum war.
Maxi erzählte das den anderen Tieren. Sie strahlte dabei eine solche Sicherheit aus, dass bei niemandem ein Zweifel entstand. Also brachen sie gemeinsam auf, fanden Robert und befreiten ihn. Mokierten sich später darüber, dass er an dem Block hing und ein gemütliches Nickerchen machte.
An dieses Ereignis erinnerte Maxi die anderen. Sie erklärte dazu, dass ihre hellseherischen Bilder meist einfach so alleine kommen. Nun hatte sie sich aber angestrengt und versucht, etwas herauszufinden, was der Monsterkönig gerade vorhatte. Und tatsächlich, es hatte geklappt.
Sie konnte sehen, dass der König zwei weitere Soldaten losschickte. Die sollten die anderen beiden unterstützen.
Tja, das wusste man nun. Aber was draus machen, mit dieser Information? Grübel, grübel, Strategie-Programm …
"Ich hab’s", meldete sich auf einmal Kröti. Alle drehten sich zu ihr herum. Und Kröti erläuterte ihre Idee. Und die war gar nicht schlecht.
